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Zitat von Footsteps
Ich finde das Thema langsam für völlig überbewertet.
Material ist in erster Linie für das eigene Spiel wichtig, ich selbst muss meine Schläge mit meinem Material und meiner Technik zu meiner Zufriedenheit spielen können.
Was der Gegner macht ist mir dabei ziemlich egal das muss einmal gesagt werden. Ich halte es für absoluten Quatsch das Tuning einen Einfluß auf den ausgang eines Matches haben soll.
Nur um das nocheinmal klarzustellen, wenn jemand ohne kleben nicht spielen kann, dann ist er selbst natürlich viel schlechter wenn man ihn am kleben hindert.
Aber zu behaupten das Timo Boll gegen Michael Maze gewonnen hätte wenn Timo Klebt/Tuned und Michel nicht, das ist Käse. So funktioniert das nicht.
Hier wird ein riesen Fass aufgemacht wo doch die Lösung auf der hand liegt: Bestimmte "offiziell lizenzierte und gesundheitlich unbedenkliche" Tuner und Kleber zulassen und fertig. Größtenteils ist das alles nicht anderes als Aberglaube.
Man kann das nicht mit der Situation in den 90ern vergleichen als Topspinspiel ohne Frischkleben nicht möglich war. Ein Tenergy 05 ist wesentlich agressiver als ein geklebter Mark V, Telum oder Sriver es damals jemals war. Außerdem wird absolut unteschätzt welchen vorteild ie gleichbleibenden Spieleigenschaften bringen, da mit dem Material ja auch Trainiert wird.
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Man muss da aber differenzieren, was das Niveau angeht. Du kannst so eine Aussage nicht pauschal treffen und Dich dabei sowohl auf Bundesliga als auch auf die Bezirksliga (z.B.) beziehen.
In den "unteren" Spielklassen mag die Aussage "wer ohne Frischkleber nicht spielen kann, der wird es auch mit Frischkleber nicht hinbekommen" größtenteils zutreffen (Ausnahmen gibt es auch hier, klar). Man sieht es oft genug auf Turnieren und auch bei Ergebnissen von Ligaspielen, dass da nur sehr, sehr selten das Material entscheidet, wer gewinnt und wer verliert.
Der erfahrene Spieler, der seit 20 Jahren mit dem ungeklebten Sriver sein Blockspiel zelebriert, wird auch heute noch die Schwächen seines jungen, tunenden Gegenübers erkennen und sie ausnutzen. Kein Problem für ihn.
Bezogen auf den professionellen und auch semiprofessionellen Sport macht das aber sehr wohl einen Unterschied.
Auf diesem Niveau entscheiden Nuancen über Sieg oder Niederlage.
Beispiel Europameisterschaften: Was meinst Du, weshalb Duelle oftmals im Team-Wettbewerb ganz anders ausgehen, als im Einzel danach? Das liegt an vielen Einzelfaktoren (Taktik, Fitness, Technik, ...) und ein mal größerer, mal kleinerer davon ist sicherlich auch, ob ein Spieler seinen Belag entgegen der Spielregeln nachbehandelt hat.
Sowas verschafft ihm zweifellos kleine Vorteile in manchen Spielsituationen (beim Gegen-Topspin bei 10:9 im fünften Satz vielleicht?). Und wenn es auch nur zwei Punkte sind, die im ganzen Spiel dadurch entscheidend beeinflusst werden, so muss der benachteiligte, faire Spieler diese erst einmal aufholen. Das ist auf diesem Niveau nicht so einfach, wie es klingt.
Kurz: Wenn zwei Spieler technisch und physisch mehr oder weniger gleichauf sind, dann macht eben solch ein getunter Belag ab und zu doch
etwas aus.
Oder noch einmal auf einen anderen Beitrag von Dir bezogen: Warum wechselt Timo wohl nach dem Balleimer-Training seine Beläge?
Genau, weil er es sich nicht leisten kann in ein Spiel, in dem Nuancen entscheidend sind, zu gehen und Beläge auf dem Schläger zu haben, die Höchstleistungen auch nur ansatzweise verhindern könnten.
Schöne Grüße,
Björn