Zitat:
Zitat von stefan.s
Und: dass solche Leute TROTZ ALLEM, bei all der Schrecklichkeit ihrer Tat immer noch dem - ich sag' mal, klingt so schön - dem Menschenrecht unterliegen müssen, ist eine Errungenschaft, die wir nie aufgeben dürfen.
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Unbestritten.
Zu den Motiven und Ursachen, die man erkennen kann, ist ja nun auch schon viel gesagt worden. Der Täter schrieb in seiner "Dokumentation" ja auch genug von "Rache, erfahrener Ablehnung, Ängsten". Alles "geläufige Motive", die in der Summe nach einem bunten Cocktail aus psychotischen und non-psychotischen Ursachen aussehen. Rache gilt zunächst als nicht psychotisch, die (schulischen und gesundheitlichen) Ängste waren völlig unbegründet (gute Noten und kerngesund), die Ablehnung war - wenn überhaupt vorhanden - in seiner Selbstisolation begründet, die wiederum auf seiner eigenen Ablehnung gegenüber Menschen beruhte. Warum lehnte er die Menschen ab? Weil er mit 12 dieses so extrem traumatisierende Erlebnis erfuhr, das ihn über sechs Jahre nicht losließ...? Recht unwahrscheinlich, zumal er selbst ein offensichtlich gutes Verhältnis zu seinen - wenn auch geschiedenen - Eltern bekundete. Das erweckt nicht den Eindruck, dass sich gänzlich niemand mit ihm beschäftigte.
Sorry, aber je tiefer ich hinter die bisher bekannten Fakten dringe, desto weniger erkenne ich eine "geschundene Seele". Aber vielleicht ergeben sich in absehbarer Zeit ja noch ein paar neue Aspekte...