Der hier mehrfach zitierte Fall von Nicole Struse hat sich beim Viertelfinale
Deutschland - Österreich im Rahmen der Mannschafts-WM 2006 zugetragen:
Struse hatte in ihrem Spiel gegen Li Qianbing nach Ansicht des Schiedsrichters die Faust direkt der Gegnerin entgegen gestreckt und dafür Gelb wegen Unsportlichkeit erhalten. Als sie beim Stand von 10:10 im 4. Satz die Geste wiederholte, wurde der Gegnerin ein Strafpunkt zugesprochen (Gelb-Rote Karte für Struse, neuer Spielstand 10:11).
Was dann in der Halle los war, könnt Ihr Euch denken - doch die Mehrheitsmeinung hier im Forum, die ich noch am selben Abend sondiert habe, war, dass die Entscheidung meines Kollegen in Ordnung ging.
Die Faust dem Gegner zuwenden wird also als Unsportlichkeit wahrgenommen, wogegen die Faust einfach in die Höhe oder zu sich selbst ziehen als normales Motivieren angesehen wird. Genau hier ziehen wir im internationalen Bereich auch die Grenze zwischen Gelbe Karte und Weiterlaufen Lassen. Deshalb gewinnt man auf Eurosport manchmal den Eindruck, die Faust wird "in 90% aller Fälle nicht geahndet" - das sind eben die zum Glück überwiegenden Fälle, wo wir die Geste vor Ort als nicht unsportlich erkennen können.