Thema: Wahl-o-mat
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Alt 07.10.2009, 09:19
Jaskula Jaskula ist offline
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AW: Wahl-o-mat

Zitat:
Zitat von Abwehrtitan Beitrag anzeigen
Hast Du Dir mal Gedanklen gemacht weshalb gerade in den Schichten der sozial schwächeren, ein übergroßer Anteil Ausländer vorhanden ist ?
Das ist, denke ich, einfach zu beantworten. Es kommen in der Tat diejenigen, die sich erhoffen, dass es ihnen hier besser gehen wird als in ihrer Heimat. Die kommen also meist mittellos in ein fremdes Land. Allerdings trifft das nur auf die erste Generation zu, die m.E. nicht die Probleme hatten, die heute die dritte Generation hat und die Du meinst.
Hier muss man m.E. sagen, dass in vielen Fällen die Integration nicht funktioniert hat, was sicherlich von beiden Seiten mitverschuldet ist. Die Nachkommen dieser Nicht-Integrierten haben hingegen ganz andere Probleme. Für die ist D zwar Geburtsland, aber oftmals keine Heimat, weil von klein auf Ablehnung erlebt wurde. Wohl auch wieder von beiden Seiten mitverschuldet.
Hier kann aber die Initiative, aus diesem Kreislauf herauszukommen am ehesten über Alternativ-Angebote erfolgen. Druck erzeugt hier mit Sicherheit Gegendruck. Nichtstun lässt diese Menschen immer weiter in den Strudel der Gewalt abgleiten.
Das Sprachproblem der ersten Generation ausländischer Gastarbeiter ist nicht vergleichbar mit dem Kriminalitätsproblem der späteren Generationen Deutscher ausländischer Abstammung. Dass viele davon unsere Gesellschaft ablehnen hat mit erlebter Ablehnung und Frust über die eigene Situation und fehlender Perspektive zu tun. Und das obwohl manche keinerlei Sprachprobleme haben.

Kleine Anekdote auch von mir:

Habe in den Semesterferien mal für eine Zeitarbeitsfirma gearbeitet. Waren einfachste Arbeiten wie Nudeln oder Speiseöl abfüllen. Da hat man dann unterschiedlichste Kollegen.
Ein Deutscher, der sich am einzigen Getränkeautomat der auch Bier anbot, seinen Tagesvorrat schon vor Arbeitsbeginn (6:00 Uhr) sicherte. Leider hatte er Probleme sich die 10 Flaschen richtig einzuteilen, so dass er nach der Frühstückspause (9:00 Uhr) mit hochrotem Kopf feststellen musste, dass die letzte Flasche etwas länger reichen muss. Automat war natürlich längst leer.

Ein Deutscher, der mich in meine Aufgaben einwies und mir klar machte, dass ich beim Zählen der fertigen Paletten immer beim fünften Strich aufpassen muss, weil man den quer und nicht längs machen muss.

Ein Deutscher, der zuvor bei der Fremdenlegion war und allen anderen in jeder Hinsicht überlegen. Da er vor lauter Erzählen nicht immer voll konzentriert war mussten wir des öfteren den entstandenen Dreck wegmachen.

Ein Spanier, der in den Pausen meist abseits saß und las und der immer zur Stelle war, wenn irgendwo Not am Mann war. Er erzählte mir, in gutem Deutsch, von seinen Problemen, hier eine andere Arbeit zu finden, die seiner Qualifikation entsprach.

Ein Türke, der wie ich sein Studium mit diesem Job finanzieren musste, allerdings, wenn ich um 14:00 nach Hause gefahren und dann ins TT-Training gegangen bin, noch Taxi fahren und kellnern musste.
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