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Alt 25.04.2003, 12:12
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Arralen Arralen ist offline
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Arralen ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
Ein viel zu wenig beachtete Tatsache ist, dass vor allem dicke, aber auch "dichte/feste" Schwämme, aber nicht notwendigerweise harte Schwämme das Schwingungsverhalten des Holzes stark beeinflussen - und damit Ballgefühl und "Power" stark beeinträchtigen können.

Daraus folgt, dass nicht jedes Holz mit jeden Belägen in jeder Dicke oder Kombination harmoniert.
Beispiel:

Imperial Sensor Off
Holz für schnelle Topspins, große Schlagfläche, dünnes Blatt.

2x Pf-4 (2,0): überdämpft, noch schnell, aber keine Kontrolle, keine Rückmeldung, "tot" und nicht spielbar

1x Pf-4 (2,0), 1x Japanbelag: sehr schnell, viel Topspin, aber immer noch schwer zu kontrollieren, ABER im Gegensatz zu obigem Beispiel ist tatsächlich Rückmeldung vorhanden

1x 729Fx (2,0), 1x 729Fx (1,6): trotz langsamerem Belag genauso schnell, mehr als deutliches, aber kurzes Schwingen des Schlägerblattes (Glockenton) beim "dotzen" des Balles. Kontrolle ein Größenordnung besser als mit dem -weicheren- Pf-4.

2x Jap.Tec Performance (2.0): medium-harte, ziemlich dichter Japan-like Schwamm - Effekt wie 2x Pf-4 .. einfach "tot"

div. Japanbeläge bis 2,0mm:
deutliche Ballrückmeldung, allerdings nicht so starke Schwingung wie mit 729Fx ?!!? Dafür spielt es sich "lebendiger "und spinfreudiger ...


Offensichtlich ist die Schwammhärte nicht das einzige Kriterium - die Dichte und die innere Dämpfung spielen wohl auch eine große Rolle.

Erklärung: Der Ball löst beim Auftreffen erst auf dem Belag, dann im Holz Körperschall-Wellen (Biege- und Zugschwingungen) aus, die sich auch über die Belag- /Holzgrenze hinweg ausbreiten und bei diesem Übergang durch die unterschiedlichen Materialkonstanten beeinflußt werden.
So wäre z.B. denkbar, dass bei ungünstiger Kombination ein "sanfter" Schupfball nur eine Welle im Belag anregt, die nicht auf das Holz übertragen wird, sondern zum Großteil in den Belag "zurückgespiegelt" wird wie Licht von der Grenzfläche Wasser/Luft. Ergebnis wäre ein kaum kontrollierbarer Schupf ohne Ballrückmeldung - ein harter Topspinball mag trotzdem kontrollierbar sein.

Die Behauptung, das Holz hätte kaum einen Einfluß auf das Schlägerverhalten, kann ich somit nur rundheraus ablehnen.

Physikalisch-mechanisch betrachtet muß der Schläger als eine Funktionseinheit betrachtet werden, die hochkomplexen mechnischen Gesetzmäßigkeiten folgt ...


Grüße
Stefan
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