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Alt 14.10.2009, 15:16
Jaskula Jaskula ist offline
hasst die 11
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AW: DER Thread für politisch Interessierte

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Zitat von powerpaul Beitrag anzeigen
Wie so oft, wenn man sich zu (NICHT ÜBER) Oskar Lafontaine äußert, wird man als gutgläubiges Opfer einer Verleumdungs-Kampagne, welche natürlich (wieso sollte sie eigentlich?) von der SPD angezettelt wurde, hingestellt.
Keiner behauptet die SPD hätte das angezettelt. Hier hat sich eine Koalition der Meinungsmacher aus Politik und Medien zusammengefunden, die einen fähigen Politiker mundtot machen wollten, weil er unangenehme Wahrheiten fachlich fundiert und rhetorisch geschickt formulieren konnte. Er passte nicht zum neoliberalen Zeitgeist.

Zitat:
Zitat von powerpaul Beitrag anzeigen
Aber zu den Punkten: Du willst mir ernsthaft unterjubeln, daß Oskar erst nach der Wahl von der Politik-Richtung seines (damals größten) Widersachers Schröder erfahren hatte und dann enttäuscht hinschmiss? Das ist, entschuldige bitte, geradezu lächerlich.
Dass sie meinungsmässig nicht unbedingt deckungsgleich waren war schon sichtbar und dass es da Konfliktpotential geben würde auch, aber dass Schröder das Ruder dermaßen rumreißen würde, war sowohl den Wählern als auch den Mitstreitern, wahrscheinlich noch nicht mal ihm, klar.
Mag sein, dass Lafontaine glaubte, Schröder mehr in seine Richtung dirigieren zu können, als umgekehrt und die Stimmung in der Partei (bzw. im Vorstand) falsch einschätzte, aber dass Schröder sich so über vorher festgelegte Programme und gefasste Beschlüsse hinwegsetzen würde, hatte wohl auch er nicht erwartet.
Da Du ihm Dummheit nicht unterstellst, welchen Sinn sollte es gehabt haben, eine Aufgabe anzunehmen, wenn er gar nicht vorgehabt hätte, diese auch zu erfüllen ? Dass ein solcher Abgang seinem Image schaden würde war doch wohl klar.

Vor allem würde mich interessieren, welchen Grund es hat, dass Du ihm niedrige Beweggründe vorhältst. Woraus schließt Du das ?
Mich hat Schröder nicht geschasst und trotzdem verurteile auch ich die SPD-Politik als falsch. Warum sollte ich mich aber an Schröder oder der SPD rächen wollen ?

Zitat:
Zitat von powerpaul Beitrag anzeigen
Übrigens, welches Amt hatte er denn damals inne? Merkste was?
Was soll ich da merken ? Als Vorsitzender hätte er sich lange vorher als Kandidat küren lassen können. Er hat aber Schröder als aussichtsreicher eingeschätzt. Er wollte sichergehen, dass Birne nicht noch mal 4 Jahre wurschteln darf.

Zitat:
Zitat von powerpaul Beitrag anzeigen
Als angeblich alter Sozi verlässt man doch deswegen nicht die Partei, man kann ja auch auf die Ämter verzichten... ach ne, da fehlt ja das Publikum.
Mit dem Austritt hat er sich ja sechs lange Jahre Zeit gelassen. Meinst Du das sei ihm leicht gefallen ? Kannst Du Dir vorstellen, dass er einfach keine Möglichkeit sah, in dieser neuen SPD seine politischen Vorstellungen umzusetzen ?
Warum macht man ihm einen solchen Vorwurf daraus ? Wie oft wechseln andere die Partei ? Otto Schily, Oswald Metzger, Verheugen ...
http://www.sueddeutsche.de/politik/8...ilder/?img=1.0

Zitat:
Zitat von powerpaul Beitrag anzeigen
Ich gebe zu, ich schreibe etwas überspitzt, aber was ich dir hiermit verständlich machen möchte, ist die Tatsache, daß Herr L. keineswegs das unschuldige Opfer von Täuschungen ist, wie er sich danach gerne darstellte, sondern ein von Rache getriebener Mensch, der eine Niederlage nie verarbeitet hat.
Quellen ? Belege ? Oder hat er Dir das persönlich gesagt ?

Zitat:
Zitat von powerpaul Beitrag anzeigen
Ich bin einfach nicht geneigt, jemand Gefolgschaft in Form meiner Wählerstimme zu leisten, der mit immer lauten, stumpfen Parolen durchs Land zieht und keinerlei sinnvolle Vorschläge unterbreitet. Schade, gerade bei diesem hellen Köpfchen von Oskar L. sollte man doch mehr erwarten können.
Hier bist Du Opfer Deiner selektiven Wahrnehmung. Seine Ansichten vertritt er nicht lauter als andere, aber meist fundierter. Um die Qualität seiner Aussagen beurteilen zu können, muss man ihm aber erst mal zuhören. Und das tun weder die Spitzenpolitiker aller Couleur noch Deinesgleichen. Denn, so die Meinung, ihm muss man nicht zuhören, er redet ja ohnehin nur Stuss. Wenn man aber nicht zuhört, sollte man auch nicht sagen, er würde keine sinnvollen Vorschläge machen. Oder sag mal ganz konkret, welche Vorschläge von ihm so völlig daneben sind.