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Alt 14.10.2009, 21:59
Die Rückhandklatsche Die Rückhandklatsche ist offline
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Es finden sich in der Wissenschaft noch nicht soviele Beiträge wie beispielsweise zu klassischen Ansätzen, da das DT noch recht "neu" in der Sportwissenschaft ist. Einige Beiträge sind auf der Seite von Prof. Dr. Schöllhorn (Inst. d. Sportwissenschaft) von der Uni Mainz zu lesen.

Ein Problem warum sich das DT bisher noch nicht so stark (wobei "neue" Erkenntnisse immer Jahre brauchen um sich durchzusetzen (wenn überhaupt)) durchgesetzt hat ist, dass oftmals die wie in vorherigen Postings schon angesprochenen "Übungen" "mit der falschen Hand", "auf einem Bein hüpfend" am besten noch im Rahmen vom Abschlusswettkampf als DAS DT angesehen werden. Kein Wunder, dass dann gesagt wird "Hmm, mein Spieler ist gar nicht besser geworden", denn (auch wie bereits erwähnt) ist das sicher absolut nicht der Kern der Idee hinter dem DT. Auch das Problem mit den "falschen" Techniken lässt sich wohl erst dann lösen, wenn der entsprechende theoretische Hintergrund zum DT klar ist.

Dabei sei bemerkt: Woher weiß man denn welches "die richtige Technik" ist? Vor einigen Jahren hat man beim Top auf Unterschnitt gelehrt tief auszuholen. Heute sagt jeder "bloß nicht zu tief". Heute wird ganz aktuell über die RH-Banane im Rückschlag gesprochen, ist das jetzt eine richtige Technik? Wenn ja, wo steht wie die richtig geht und woher weiß derjenige das? Ist der VH-Top von Maze jetzt DIE Technik weil er gerade Europameister ist? Andersrum, wenn sie nicht gut wäre, warum ist er dann so gut?

Sicher habe ich das jetzt etwas überspitzt dargestellt, im Kern möchte ich sagen, dass doch im Prinzip das richtig ist, was "Erfolg" bringt. Warum kann jetzt mein Spieler nicht tiefer ausholen, wenn die Qualität des Balles stimmt? Ich denke Technik im Tischtennis (und nicht nur im Tischtennis) ist eine individuelle Geschichte und genau da setzt das DT an. Ich versuche damit nicht nur auf unvorhergesehene Situationen vorzubereiten (kaputter Ball...), Defizite (Gewichtsverlagerung) auszugleichen, sondern auch die individuell für meinen Spieler beste technische Ausprägung zu finden um eine optimale Qualität des gespielten Balles zu erreichen.

Ich plädiere dafür, nicht "blind" den Technikbeschreibungen zu folgen und mehr Raum für die Individualität zu geben.

Hier wurde auch schon geschrieben, dass dies nicht gleichzusetzen ist mit "Spiel einfach irgendwie". Es gibt auch beim DT keinen Grund, einen Spieler die Evolution noch einmal durchleben zu lassen. Ich will Technikbeschreibungen auch nicht völlig verteufeln, sie geben mit Sicherheit eine Zielvorstellung und jedem ist wohl klar, dass ein VH-Top nicht mit einer Bewegung von hinten-oben nach vorne-unten erreicht werden wird.

Ich kann diejenigen nur ermutigen mit dem DT zu "experimentieren" und Erfahrungen zu sammeln, nur so kann sich die Idee flächendeckender verbreiten!
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