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Schade, dass einige Teilnehmer durch sehr oberflächliche und unausgegorene Beiträge ein an sich sehr interessantes Thema bzw. eine Diskussion beschädigen.
Denn schon immer gab es große Diskussionen um Nominierungen, und das wird auch so bleiben.
Natürlich klingt es sehr plausibel, wenn man Punktesysteme fordert, die Nominierungen regeln sollen. Aber die sind nur bedingt tauglich.
Es ist nun mal erwiesen, dass jemand, der auf einer Ebene Erfolge erzielen soll, dort zuvor auch zuvor Erfahrungen (und oft viel Lehrgeld) gesammelt haben muss.
Dadurch kommt es - nach jahrelangen Überlegungen internen (sachlichen!) Streitgesprächen - zu Nominierungen von B-Schüler-Siegern bei A-Schülern, von A-Schülern bei Jugend, von Jugendlichen bei Damen/Herren. Für die objektiv jeweils Stärkeren ist dies z.B oft nicht nachvollziehbar, denn sie verfügen, wie ihre Trainer natürlich zumeist nur über einen egozentrischen Blick, denn sie haben sich ja auch sehr angestrengt und Leistung gezeigt.
Hierhinter verbirgt sich das oft gehörte Reizwort "Perspektive", ein ganz schwer zu fassender Begriff, der dennoch wichtig ist, denn man kann, will man als Verband, als Nationalmannschaft erfolg haben, nicht einfach nur nach der absolut derzeit vorhandenen Spielstärke nominieren. Das klingt manchmal hart: Aber man muss schon an die nächsten Jahre denken, und ein Verband wie der WTTV kann es sich einfach nicht leisten, alle Plätze rein nach Spielstärke zu vergeben, sonst gewinnt er keinerlei Medaillen mehr. Die letzten Nominierten können eh in der Regel nie mehr als eine oder zwei Runden bestehen.
Die Teilnahme am Stützpunkttraining ist ein weiteres Reizwort.
Natürlich hat nicht jeder einen Stützpunkt vor der Haustür; natürlich muss es Ausnahmen geben von der Grundregel, zum Stützpunkt kommen zu müssen. Wichtig ist, das wirklich qualifiziertes Training gegeben ist.
Jeder, der hier die Stützpunktarbeit kritisiert, sollte doch einmal realistisch nachdenken, wie es denn ohne die Stützpunkte aussähe.
Jochen Lang hat sehr überzeugend dargelegt, wie es in Hessen, dem Verband, der in den letzten 25 Jahren die größten Erfolge erzielt hat, zugeht. Man hat dort ausgezeichnete Trainer, eine ausreichende Zahl von ihnen, einen stärker auf Leistungssport ausgerichteten LSB (wie auch in Württemberg z. B.) und deshalb mehr Geld in diesem Bereich zur Verfügung und auch, außer in Nordhessen, relativ kleine Wege von den Hochburgen zu den Stützpunkten, wo diese Spieler viermal pro Woche trainieren.
In Niedersachsen und WTTV und Bayern (Flächenstaaten) ist das viel schwerer hinzubekommen.
S. Juergens hat verdeutlicht, wie unterschiedlich Trainer- und Betreuerverhalten eingeschätzt werden kann.
Der WTTV würde sich freuen, wenn viele qualifizierte Trainer(innen) sich als Betreuer oder Trainer oder als Jugendausschussmitglieder oder als Mitarbeiter im Umfeld zur Verfügung stellen würden - das dann aber immer, an ganz vielen Wochenenden und Tagen im Jahr - und keineswegs nur dann, wenn ein(e) Spieler(in) aus dem eigenen Verein teilnimmt.
Ohne Engagierte, die über die Vereinsarbeit hinaus Einsatz zeigen, funktioniert ein solches Verbandssystem nicht. Denn das geschieht (fast) alles ehrenamtlich.
Das Problem aber ist, dass die Vereinsarbeit natürlich leidet, wenn man sich auch auf höherer Ebene engagiert. Besonders Spaß macht das dann, wenn man dann für sein Engagement auf höherer Ebene (das man zusätzlich leistet) wie hier in diesem Thread auch noch Watschen (manchmal übler Art) abbekommt.
Als wenn jemand für irgendetwas nominiert würde, weil er dem (ausgezeichnete Arbeit leistenden) Verein des Verbandsgeschäftsführers entstammt!
Ich weiß, obgleich ich über lange Jahre die A-Lizenz besaß und auch als Trainer und Betreuer aktiv war und auch nicht nur Kreisligastärke (und dies ist hier keine Abwertung, sondern threadbezogen nötig) hatte, bis heute nicht, was einen guten Trainer und Betreuer auszeichnet.
Das Anforderungsprofil ist so verschieden wie Menschen verschieden sein können.
Es gibt gewiss gute Trainer ohne jede Lizenz und schlechte mit hoher Lizenz.
Es gibt hervorragende Betreuer mit durchschnittlicher Fachkompetenz im technischen Bereich und schlechte Betreuer mit hervorragenden Kenntnissen, aber ohne psychologische Fähigkeiten.
Dies ist ein weites Feld.
Wenn man aber Trainer, die nachgewiesene Qualifikationen und Erfolge aufweisen können, mal eben so runtermacht, nur weil jemand nicht nominiert worden ist, der selbst (verständlicherweise) glaubt, er hätte nominiert werden müssen, dann ist dies wenig produktiv, um mich vorsichtig auszudrücken.
Gewiss gibt es bei Nominierungen schon mal Fehler, die sollten auch angesprochen werden, aber zunächst einmal muss man sich sachkundig machen, und richtig sachkundig scheint ja hier niemand zu sein, was diese Nominierungskriterien angeht, auch ich nicht, obgleich ich diese früher einmal auswendig gekannt habe.
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