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Alt 28.10.2009, 11:44
Jaskula Jaskula ist offline
hasst die 11
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AW: DER Thread für politisch Interessierte

Zitat:
Zitat von Abwehrtitan Beitrag anzeigen
Zufriedenheit ist ein hohes Gut, wenn nicht das höchste. Immer auf sich selbst schauen ist die Lösung, die Verantwortung für sich und die eigene Situation übernehmen, damit ist schon viel gewonnen.
Hilft reichlich wenig dem Nachbarn den BMW zu mißgönnen, damit hat man noch immer keinen eigenen. Nur wer seinen Hintern hochhebt, seine Potentiale schöpft der kann sich (falls er es dann noch für nötig hält) auch nen dicken Schlitten zulegen. Hat jeder selbst in der Hand. Und, ja ich weiß, nicht alle haben die gleichen Chancen, schon rein talentmäßig, die fahren dann wie ich nen Passat, auch nicht schlecht. Wer sich gar kein kein Auto leisten kann, sollte nicht den BMW-Fahrer dafür verantwortlich machen.
Sicherlich nicht falsch Deine Sichtweise, aber für diese Diskussion nur bedingt anwendbar. Wenn jeder sich nur auf seine Fähigkeiten und Potentiale besonnen und nur auf sich selbst geschaut hätte, wäre im Jahr 1789 in Frankreich ebenso einiges anders gelaufen wie im Jahre 1989 in der DDR. Bei gesellschaftlichen Fehlentwicklungen muss genau hingeschaut und notfalls auch kritisiert und gehandelt werden. Die Einhaltung von Grundgesetzen, Chancengleichheit und die halbwegs gerechte Verteilung des Wohlstands (nicht im kommun. Sinne) sind leider keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen immer überwacht und verteidigt werden.

In unserer heutigen Gesellschaft sind manche gleicher als andere, werden Verluste oft sozialisiert und Gewinne meist privatisiert, gelten Betrug und Abzocke oft als Geschäftsmodell und sind Korruption und Amtsmissbrauch keine Seltenheit. Darauf muss man aufmerksam machen und nicht den Kopf in den Sand stecken.

Die Politik setzt die Rahmenbedingungen unter denen solche Fehlentwicklungen mehr oder weniger gut gedeihen. Meine Befürchtung ist nun mal, dass unsere neue regierung eher Impulse in die falsche Richtung gibt, statt gegenzusteuern.

Und das hat nichts, aber auch gar nicht mit Neid zu tun, sondern lediglich damit, dass die Richtung nicht stimmt. Kinderarmut und unmoralische Millionenabfindungen haben etwas miteinander zu tun, ebenso wie Altersarmut und Renditeziele von 30%. Während die einen immer an das „Wir“ erinnert werden (moderate Lohnabschlüsse um den Aufschwung nicht zu gefährden, Lohnverzicht um die Firma zu retten, Solidargemeinschaft, aber nur für die Kleinen ...) , deneken die anderen nur ans „Ich“ (ich leg mein Geld in Liechtenstein an, weil’s lukrativer ist, ich verleg die Produktion nach Tschechien, weil die Arbeit dort billiger ist, ich zock ein bisschen mit dem Geld meiner Kunden, weil ich dafür ja nicht gerade stehen muss ...).