Man sollte eben wissen, worauf die Prüfer besonders viel Wert legen.
Bei meiner B-Prüfung (is schon ne Weile her!) war Balleimer der Schwerpunkt.
Es wurden alle gängigen Zuspieltechniken verlangt, dzu gehört lang U-Schnitt, Konter, kurze Bälle, Topspin indirekt und ggf. RH-Topspin direkt.
Das Balleimerzuspiel mußte auch mit einem vorher erstelltem Plan und einem sehr guten Schüler durchgeführt werden. Bei mir war es mit Christoph Schröder ein Teilnehmer der Schüler Europameisterschaften. Einer meiner Kollegen hatte Timo Boll als "Opfer".
Wichtig war vor allem der Einspielrhythmus. Es sollte immer so eingespielt werden, dass der eigene Ball vor dem indirektem Zuspiel gleichzeitig mit dem letzten Ball des Spielers die Tischoberfläche berührt.
Bei der Prüfung hat jemand dann eine Kombination gespielt die einfach nicht wettkampfnah war. Z.B. VH-Top auf U-Schnitt, VH-Top auf Ü-Schnitt, RH-Konter auf Ü-Schnitt und von vorne. Leider machte er den Fehler, dass er die Bälle kontinuierlich einspielte. Es gab also nach dem RH-Konter eine Eröffnung auf Schnitt. => Praxis duchgefallen!
Neben diesen Fertigkeiten mußte man auch einen Trainingsplan erstellen. Dieser aber für einen einzelnen bestimmten (und bekannten) Kaderspieler, mit dem man in der Ausbildung bereits schon mal am Balleimer gearbeitet hatte. Ich hatte für Christoph Schröder folgende Vorgaben:
Schwerpunkte der Einheit: "Punkt nach Umlaufen, RH-parallel mit Druck!"
Bemerkung: Südwestrangliste in 2 Wochen
Ich hatte zwar sinnvolle Übungen kreiert aber damals den Zeitpunkt nicht beachtet. Ich dachte wohl während des Prüfungsstresses, dass die Bemerkung "Südwestrangliste" lediglich die Spielstärke verdeutlichen sollte. Jedenfalls war mein Anteil an Eröffnungsübungen und unregelmäßigen Übungen zu niedrig. Dies hatte mir damals einen Punktabzug beschert :-))
Das ergab damals auch gleich das Thema meiner mündlichen Prüfung. Ich sollte dann nochmals meinen Trainingsplan für C. Schröder ändern und drei Pläne (mündlich) für die verschiedenen Zeitpunkte (Stichwort Periodisierung!) zusammenstellen. Übergangsperiode, Vorbereitungsperiode und Wettkampfperiode. Ich vermute aber, dass Periodisierung bei einer C-Prüfung keine Rolle spielt. Dies dürfte aber vom Landesverband abhängen.
Beim Erstellen eines Trainingsplans sollte man auch bestimmte Übungen vermeiden.
z.B. Kontrollübungen mit Falkenberg groß aber parallele Platzierung nach Umlaufen. Nach Umlaufen sollte man höchstens dann parallel spielen, wenn man einen Endschlag ansetzt. Eine Kontrollübung darf eben nicht taktisch unkluges Verhalten automatisieren! Bei einer Prüfung ist jemand unter anderem auch wegen einem derartigem Fehler durchgefallen.
Wenn man beispielsweise Konditionstraining durchführen möchte, dann muß man auch einige Grundregeln beachten.
Eine Sache die oft falsch gemacht wird, ist der Einsatz des Schnelligkeitstrainings.
Wenn man speziell die Schnelligkeit trainieren will, dann muß man dies unbelastet machen. Sprich vor dem eigentlichen TT-Training. Am Ende einer Einheit vielleicht allgemeine Ausdauer oder Kraft aber eben nicht Schnelligkeit oder Koordination.
In der Praxis muß man bei einem Schnelligkeitstraining auch darauf achten, dass die Belastungsdauer nur einige Sekunden ist. Mit einem 100m Lauf trainiert man eben nicht nur Schnelligkeit sondern eigentlich eher ganz andere Dinge, weil die Dauer zu lange ist. Dafür macht Schnelligkeitstraining auch nur Sinn, wenn es mit maximaler Intensität durchgeführt wird. Wenn man mehrere Durchgänge durchführt, dann muß die Pause dazwischen ausreichend lang sein.
usw...
[Diese Nachricht wurde von Cheftrainer am 31-10-2000 editiert.]
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