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Quelle: WZ vom 05.05.03
Tischtennis: Sensationelle Borussia legte los wie die Feuerwehr
Tischtennis-Bundesligist düpierte den TTV Gönnern beim 6:0 und erreichte das Finale. Schon in den Doppeln stellte die "Boygroup" die Zeichen auf Sieg.
Düsseldorf. Wenn es beim Tischtennis passen würde, dann wäre "Loslegen wie die Feuerwehr" die richtige Beschreibung für das gestrige Geschehen. Mit den Siegen in den Doppeln legte die Borussia die Grundlage für den überraschend deutlichen 6:0-Erfolg gegen den TTV Gönnern. Nach nur eindreiviertel Stunden war die Sensation perfekt. Mit dem 5:5 vom vergangenen Wochenende steht die Borussia als erster Finalist fest und darf Anfang Juni gegen Grenzau oder Ochsenhausen um die Deutsche Meisterschaft spielen. Trainer Andreas Preuß musste sich ob er Sensation auch erst einmal sammeln, als er aus dem Pulk von jubelnden Spielern und Fans heraustrat. "Da fehlen mir fast die Worte. Das ist eine absolute Sternstunde."
Dieser Begriff beschreibt passend, warum die "Boygroup" gegen das favorisierte Team aus Hessen um den Weltranglistenersten Timo Boll in dieser Höhe gewann. Alle Spieler erreichten die obere Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Allen voran Magnus Molin, der vor rund 1500 Zuschauern gegen Deutschlands Top-Star Boll in drei glatten Sätzen gewinnen konnte. Zu seiner spielerischen Klasseleistung gesellte sich das nötige Glück fast alles gelang dem Schweden, der in der Rangliste 75 Plätze hinter seinem Kontrahenten geführt wird. Preuß: "Er hat ihn ja regelrecht vorgeführt."
Ähnliches gelang Bastian Steger. Das "Opfer" des 22-Jährigen: Ex-Borusse Jörg Roßkopf. Im dritten Durchgang langte es für den deutschen "Mr. Tischtennis" gerade so zum Ehrenpunkt. Mit 1:11 schrammte er nur knapp an "Höchststrafe" vorbei. Ganz im Gegensatz zu seinem Verein: Ohne Einzelsieg schlichen die Gönnerner Spieler schließlich in die Kabine. Denn Lars Hielscher holte im fünften Durchgang gegen Slobodan Grujic ein 3:8 noch auf und siegte am Ende, weil sein Gegenüber den Matchball ins Netz schlug.
In diesem Moment kannte der Jubel unter den 1500 Zuschauern und den Spielern und Betreuern keine Grenzen mehr. Im Kreis tanzten und sangen die siegreichen Akteure, die sich während des Spiels deutlich mehr motivierten als die TTV-Akteure. Lediglich Danny Heister klatschte und feuerte sich und seine Mitspieler an. Der Rest des Teams schien von Kulisse und Siegeswillen beeindruckt gewesen zu sein.
Gefeiert wurde zunächst in der Kabine, in die fleißig das Altbier zum Anstoßen gebracht wurde. "Bis zum Finale sind wir wieder nüchtern", versprach der Trainer. Der darf sich jetzt erst einmal zehn Tage Ruhe auf Mallorca gönnen, denn seine Spieler bereiten sich ab heute auf die WM in pars vor, die am 19. Mai beginnt.
Spiele: Steger/Zichao - Heister/Grujic 8:11, 11:3, 15:13, 11:9; Maze/Hielscher - Boll/Stehle 11:9, 11:7, 16:14; Maze - Heister 11:5, 11:6, 9:11, 8:11, 12:10; Molin - Boll 11:7, 11:7, 11:5; Steger - Roßkopf 13:11, 11:7, 11:1; Hielscher - Grujic 11:6, 7:11, 13:11, 13:15, 11:8.
Von Matthias Goergens
Lokalsport Düsseldorf
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