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Alt 18.11.2009, 21:02
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AW: Ex-Profis die besseren Trainer?

Wird wohl 'was dran sein. Einerseits.
Klar, die Erfahrung des "Ex-Profis" mag in Stresssituationen oder beim Coaching helfen, sofern der jeweilige Trainer in der Lage ist, seine Erfahrung vernünftig und verständlich rüberzubringen.
Inwiefern Heisters Erfahrungen jedoch einem Boll weiterhelfen, ist natürlich fraglich. Wenn man nur danach geht, müsste man's so wie die Chinesen machen, und nur ehemalige Champions als Trainer einstellen. Gut, daran mangelt's natürlich hier...
Auch das "Kämpferherz" muss man vermitteln können, alleine durch Anstacheln ist's ja nicht getan.

Und da sehe ich durchaus die Vorteile bei "Nicht-Ex-Profis", da diese oftmals
möglicherweise schon länger "im Job" sind und zumeist seit Jahren spezialisiert sind. Beim Vermitteln und auch beim systematischen Training sehe ich daher tendenziell Vorteile bei den Nicht-Ex-Profis, da diese als Trainer zumeist länger dabei sind und klar trennen können zwischen dem, was sie als Spieler tun würden (da es auf dieser Ebene unerheblich ist) und dem, was sie dem Spieler vermitteln wollen. Auf der Ebene des Coachings bzw. in Stressituationen mag ein Ex-Profi durch seine Erfahrungen Vorteile haben, sofern er diese vermitteln kann und nicht "aus Versehen" dazu übergeht, dem Spieler das zu vermitteln, was ER (der Ex-Profi) in dieser oder jener Spielsituation technisch/bzw. spieltaktisch tun würde, sondern das auf das Spielkonzept des Betreuten umwandeln kann. Es bringt bspw. einem Hielscher nichts, wenn Roßkopf, dessen RH phänomenal ist/war, ihm erzählt, er solle die RH dreimal nacheinander parallel reinziehen. Kann er nämlich gar nicht.

Abschliessend finde ich einfach : Dass es, wie gesagt, vollkommen wurscht ist, ob der Trainer nun ein EX-Profi, EX-Halbprofi oder Ex-Wurstverkäufer war. Was zählt, ist die Kompetenz, die er nun als Trainer besitzt. Da kann es von Vorteil sein, früher selber Profi gewesen zu sein, muss es aber nicht. Es kommt lediglich auf die Fähigkeit an, Spielern etwas vermitteln zu können, bei den Spielern Vertrauen zu erwecken und absolut ernst genommen zu werden (klar, da hat es auf dem ersten Blick ein Roßkopf leichter als ein Hans Wurst, aber das ändert sich schnell...), und das richtige Konzept zu finden. Vieleicht haben Ex-Profis da auch den Vorteil, einige Vorschußlorbeeren zugesteckt zu bekommen.
Wie gesagt, vollkommen unerheblich ob die Spielklasse des Trainers Bundesliga oder Kreisklasse war, darauf kommt's überhaupt nicht an.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass ein guter Spieler auch immer ein guter Trainer sei, und dass andersrum ein "schlechter" Spieler auch als Trainer nur scheitern könne. Der "Schlechte" gleicht seine mangelnde Spielerfahrung, die er den Spielern vielleicht nicht so vermitteln kann, wohlmöglich durch ganz andere Fähigkeiten locker wieder aus.
Gerade die Fähigkeit, etwas prägnant und verständlich zu vermitteln, dass der Zuhörer es direkt umsetzen kann und weiß, was gemeint ist, ist da eine wichtige.

Geändert von Obachecka (18.11.2009 um 21:18 Uhr)
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