Zitat:
Zitat von Pinguin
Dann blättern wir doch einfach mal das Regelbuch auf und schauen nach was da so tolles drinsteht:
ITTR B 4.4.2.1
In einem Individualwettbewerben können die Spieler, das Paar oder der benannte Berater den Wunsch nach einem Time-out äußern, in einem Mannschaftswettbewerb der Spieler, das Paar oder der Mannschaftskapitän.
Anmerkung: Im nationalen Spielbetrieb des DTTB können der Spieler, das Paar oder der jeweilige Betreuer eines jeden Einzel- oder Doppelspieles den Wunsch nach einem Time-out äußern. International wird immer nur auf einem Tisch gespielt. Das heißt entweder spielt der Mannschaftskapitän selbst am betreffenden Tisch oder er sitzt daneben. Damit gibts das Problem nicht, dass der Kapitän am anderen Tisch spielt. Der unterstrichene Passus wurde damals bei Einführung des Time-Out in die Regeln so aufgenommen. Damals wurde auch in der Bundesliga noch auf zwei Tischen gespielt. Somit kann natürlich der außen sitzende Betreuer das Time-Out verlangen.
Weiterhin sehr interessant:
ITTR B 4.4.2.2
Wenn ein Spieler oder Paar und ein Berater oder Kapitän sich nicht einig sind, ob ein Time-out genommen werden soll, liegt die endgültige Entscheidung in einer Individualkonkurrenz beim Spieler oder Paar, in einer Mannschaftskonkurrenz beim Kapitän. Sprich, Mannschaftskampf, Kapitän sagt "Time-Out", Spieler schüttelt den Kopf bzw. bleibt am Tisch - dann ist das Time-Out genommen und dauerte eben genau 0 Sekunden.
Analog zu dieser Regelung gilt meines Wissens im DTTB auch, dass der jeweilige Betreuer dann die entsprechende endgültige Entscheidung über Time-Out oder Nicht-Time-Out trifft.
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Mit deiner Auslegung bin ich nicht einverstanden, und ich meine, ich suche vielleicht gleich noch einmal (eigentlich keine Zeit), das hatten wir vor kurzem erst. Die Formulierung "endgültige Entscheidung" impliziert, dass der Spieler ein Time-Out von außen tatsächlich ablehnen kann,
zumal die Formulierung "endgültige Entscheidung"
erst greift,
falls sich Spieler und Betreuer eben
nicht einig sind. Ohne "Uneinigkeit" ist eine "endgültige Entscheidung" ja auch gar nicht erforderlich - oder? Der Ruf Time-Out von außen
alleine kann also nicht die "endgültige Entscheidung" darstellen. Erst wenn der Kapitän/Betreuer in einem zweiten Versuch - bei gleichem Spielstand natürlich - darauf besteht, wird ein Time-Out genommen:
Betreuer: Time-Out
Spieler: NÖ
Betreuer zieht sich zurück
--> Kein TO
Betreuer: Time-Out
Spieler: NÖ
Betreuer: Wir machen jetzt ein TO!!!
(mit extra 3 !)
Spieler: Nö
--> Pech gehabt und TO weg.
So übrigens auch Anfang der Saison ein DTTB-Schiri (nein, sogar Blue Badge, wie mir gerade einfällt


) anlässlich eines OL-Spiels, bei dem es TO-Unklarheiten gab. Allerdings hatte die Spielerin zunächst ein TO angezeigt, die Betreuer aber nicht reagiert, sodass es ein ca. 5-10 Sek.-TO ohne Beratung war - eine "ausgedehnte Handtuchpause" quasi, weiß nicht mehr, ob die nicht sowieso anstand. Das TO einige Punkte später wurde dann nach kurzem Disput nicht mehr zugelassen. Eine quasi "Beratung" für den Spieler, jetzt TO oder nicht zu nehmen, ist damit nicht möglich, wenn der Impuls von ihm selbst kommt.
Dass diese Auslegung andere Probleme hervorruft, die ich jetzt lieber nicht nennen möchte, ist mir klar. Halte das aber trotzdem für haltbar und richtig. Ich denke, sie werden gleich genannt, dann reagiere ich im Weiteren.
Mir fällt auch just Patrick Baum im Junioren-Finale der GO 2007 (?) ein. Lehnte ebenfalls ein TO ab; die spannende Frage, ob es zugelassen worden wäre, stellte sich ob seiner Niederlage leider nicht mehr. Denke aber schon, zumal der Schiri noch gar nicht reagierte und, so möchte ich sagen, nicht einmal die weiße Karte in der Hand hatte. Gab auch direkt einen kleinen Einlauf für PB.