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Alt 09.05.2003, 00:10
Bernd Beringer Bernd Beringer ist offline
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Hallo Dieter, erstmal finde ich gut, dass es Dir um die Entwicklung Deiner Tochter geht und nicht in erster Linie um Geld. Ich verstehe aber auch, dass Du zumindest einen Teil des Geldes, das Du in die sportliche Leistungsfähigkeit Deiner Tochter investierst, in irgendeiner Form ersetzt haben willst.

Hier sollten wir weiter diskutieren. Für mich ist ein Verein dann gut, wenn er sich um seine jungen Talente kümmert - in jeder Hinsicht (siehe oben). Einen Verein aber (vertraglich) dazu zu verplichten, ist in etwa genauso unmöglich, wie einen Spieler/Spielerin dazu zu verpflichten, gut zu spielen und womöglich noch diese oder jene Bilanz abzuliefern, sonst ab damit. Das Ganze ist eine Sache des Vertrauens, der gleichen "Philosophie", des Miteinander von Verein/Spieler(in)/Eltern, aber auch der Geduld und Gelassenheit. Wenn's nur ums Geld geht oder nur um Leistung, dann ist die Ehe zerrüttet, bevor sie beginnt.

Es gibt viele Modelle, und ich würde auch nicht sagen, dass die Talente nur von Verbandsseite gefördert werden können. Ohne Integration in einen Verein (mit Freunden, Feiern, Tränen und allem, was dazu gehört) wird jedes noch so große Talent selbst mit noch so engagierten Eltern scheitern, denn es ist letztlich "allein" oder es bleibt ein "Fremdspieler". Die Erziehung zur Team-Fähigkeit - mE eine unerlässliche Voraussetzung für Hochleistungssportler - findet eigentlich nur im Verein (mit anderen) statt. Die Persönlichkeitsentwicklung auch.

Ich kann Dir - leider - nur das Beispiel Hilpoltstein nennen. Hier bemühen wir uns, allen jungen Spielern eine "Heimat" zu bieten, sie in jeglicher Weise in ihrer persönlichen und sportlichen Fortbildung zu unterstützen, sie in ein richtiges Team zu integrieren. Das ging bisher ganz gut - übrigens auch unter Einbeziehung der Eltern. Aber es gibt bestimmt noch mehr und noch bessere Beispiele. Bei den Mädchen fällt mir gerade Wolframs-Eschenbach ein. Es ist wirklich toll, was da abgeht. In fünf Jahren werden die zumindest in Bayern eine Hauptrolle spielen - und dabei glücklich bleiben.

Eines sollten wir bei allem bedenken: Ohne die (finanzielle) Zukunftsfähigkeit der Vereine geht gar nichts. Wer heute mehr bezahlt, als er kann, verschwindet morgen (mehr oder weniger) von der Bildfläche. Hochleistungssport gibt es nicht ohne Verbände, aber auch nicht ohne Vereine. Deshalb sollten beide am gleichen Strang ziehen und nicht in Einbahnstraßen fahren.
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