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Alt 30.11.2009, 18:37
Sportskanone 110 Sportskanone 110 ist offline
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Hallo sehr geehrte Tischtennisfrerunde,

da es hier einige Reaktionen auf die Pressemitteilung des TSV Wendlingen
gegeben hat, möchte ich hier einmal klarstellen warum der TSV Wendlingen
den Weg vor die ordentlichen Gerichte gewählt hat, und wie der wahre
Sachverhalt sich darstellt. Ich bin kein Mitglied des TSV Wendlingen und habe meine Informationen aus Insiderquellen!

1. Sachverhalt:

Der TG Donzdorf hat anhand einer Internetseite Protest gegen den TSV
Wendlingen eingelegt, dass der Spieler Drobec in Kroatien in einer
Liga gespielt hat. In unserem Regelwerk steht:"kein Spieler darf
gleichzeitig in 2 Ligen spielen, die in einem offiziellen Verband
Mitglied sind." Dies ist die Regel um die es geht! Als zusätzlicher Beweis wurde gebracht, dass im sogenannten Handbuch des kroatischen Tischtennisverbandes diese Liga erwähnt wird.

Daraufhin wurde beim kroatischen Tischtennisverband nachgefragt ob der
Spieler Drobec in Kroatien gespielt hat. Es wurde offiziell mit Nein
geantwortet, da recherchiert wurde in den Tischtennisligen, die unter dem
Dach des kroatischen Tischtennisverbandes stehen. Dort hat kein Spieler
Drobec gespielt. Das sogenannte Handbuch des kroatischen
Tischtennisverbandes hat sich als Almanach des Sports von Kroatien
herausgestellt, und hat nichts mit dem kroatischen Tischtennisverband zu
tun.

In dieser Liga (Zupanisjskaliga) kann keiner aufsteigen und keiner absteigen und ist eine reine Hobbyliga, wo jeder spielen darf. Dort spielen zum Beispiel auch Spieler, die in der zweiten und ersten kroatischen Liga spielen (wäre
Sicher nicht möglich, wenn sie vom Verband organisiert werden, da es in Kroatien auch um Meisterschaften geht und dort sicher die ersten Proteste kommen würden, oder kann in Deutschland einer gleichzeitig in der Bezirksklasse und der Verbandsklasse bei unterschiedlichen Vereinen spielen?).

Eine Kuriosität hier ist auch noch, dass bevor eine Antwort aus Kroatien
kam, dem Spieler S.Drobec die Spielerlaubnis entzogen wurde. Auf
Nachfragen beim Verband wurde gesagt, dass die Antwort schon da wäre. Als dies nachgeprüft wurde hat sich herausgestellt, dass noch gar keine Antwort eingetroffen ist und der Verband diese Entscheidung voreilig getroffen hat. Als dies aufgedeckt wurde und die Antwort aus Kroatien gekommen war, wurde alles wieder korrigiert und der Verband hat im Februar die Mitteilung gemacht, dass der Spieler Drobec eine gültige Spielerlaubnis hat.

Bis dann auf einmal das Schiedsgericht eingeschaltet wurde. Das
überhaupt ein Schiedsgericht eingeschaltet wurde ist auch eine sehr
zweifelhafte Geschichte. In den Statuten des deutschen
Tischtennisverbandes steht: "In den sogenannten autonomen Verbänden (Deutscher Tischtennisverband, Kroatischer Tischtennisverband) darf von
Außenstehenden nicht auf eigene Faust recherchiert oder geurteilt werden. Es kann nur offiziell bei dem jeweiligen autonomen Verband angefragt werden" Aus diesem Grund hätte es nie ein sportgerichtliches Verfahren geben dürfen, da dies ja schon geschehen war.

2. Kurzfassung des gerichtlichen Werdegangs:

1. Sportschiedsgericht:

Das Sportschiedsgericht hatte nur ein gültiges Papier als
Entscheidungsgrundlage vorliegen, und das war ein Schreiben des
kroatischen Tischtennisverbandes, dass der Spieler Drobec nicht in einer Liga des kroatischen Tischtennisverbandes gespielt hat. Außerdem lag eine 13-seitige Expertise des Rechtsexperten des TTVWH vor, in der in vielen Punkten, klar gegen die vorgebrachten Anschuldigungen von Donzdorf argumentiert wurde. So auch gegen die vorgebrachten Anschuldigungen von Donzdorf dass diese Liga eine Liga unter dem Dach des kroatischen Tischtennisverbandes ist. Der Rechtsexperte führte gegenüber dem Schiedsgericht an, dass der Einspruch als unzulässig, hilfsweise als unbegründet zurückzuweisen ist. Ansonsten war nur eine Internetseite
vorhanden, die nichts zum eigentlichen Thema beiträgt, nämlich ob diese Liga vom kroatischen Tischtennisbund organisiert ist, oder nicht.

Trotzdem ging das Urteil zu Gunsten der TG Donzdorf aus, was ja nicht
verwunderlich war, da ja im Schiedsgericht, welches diese Entscheidung
gefällt hat, ein langjähriger Spieler und Mitglied der TG Donzdorf
(Herr S.Ehrsam)als Beisitzer mitwirkte, der zum Zeitpunkt des Spieles noch
Mitglied der TG Donzdorf war. Dieser hat zur Halbrunde die TG Donzdorf verlassen und ist zu einem Nachbarverein gewechselt. Nach diesem Urteil hat sich dieses besagtes Mitglied auch nicht mehr für das Schiedsgericht aufstellen lassen. Ein Urteil über die Neutralität darf sich jeder selber machen. Beim Rückspiel in Wendlingen, wurde dieser Mann zusammen mit einem Vorstandsmitglied der TG Donzdorf lachend und anregend unterhaltend auf der Tribüne in der Wendlinger Halle gesichtet. Aussage der Donzdorfer Spieler nach der 9:3 Niederlage: "Unser Abteilungsleiter hat gesagt, wenn wir gegen Reutlingen gewinnen, sind wir aufgestiegen (Spiel war ein Tag später)"

2. Verbandsschiedsgericht:
Beim Verbandsschiedsgericht wurde dieses Urteil ohne weiter zu
recherchieren übernommen. Eine Recherche hätte nur über den DTTB und den kroatischen TT-Verband erfolgen können, denn auch der TTVWH oder das Verbandsgericht sind daran gehalten, den offiziellen Weg über den Generalsekretär des autonomen kroatischen TT-Verbandes zu gehen. Ansonsten sind die Recherchen nicht zu verwenden. Deshalb ist auch das Urteil des Verbandsgericht ein Willkürurteil gewesen! Wie mir zu Ohren gekommen ist, hat dies nicht der Sache wegen, sondern hat mit internen Streitigkeiten im Verband zu tun, die der Rechtsexperte des TTVWH (welcher gegen das Urteil war) und einem weiteren Funktionär des Verbandsgerichtes zu tun hatte (dies ist ein Gerücht!).

Es gab weitere Schreiben des kroatischen Tischtennisverbandes, die noch einmal versicherten, dass diese Liga nicht vom kroatischen Verband
organisiert wird und der Spieler Drobec in keiner Liga des kroatischen
Tischtennisverbandes gespielt hat. Von der anderen Seite wurden keinerlei
Beweisse aufgeführt, dass diese Liga vom kroatischen Tischtennisverband
organisiert wird, außer eine angebliche Erwähnung (im Urteil steht man
weiß aber nicht was drin steht, da man es nicht übersetzt hat) im sogenannten kroatischen Handbuch des Tischtennisverbandes (was wie sich herausstellte auch nicht stimmt, da es der Almanach des Sports in Kroatien ist und nichts mit dem kroatischen Tischtennisverband zu tun hat)

Nun war der Sportgerichtliche Weg zu Ende und anhand der oben genannten
Tatsachen wurde der Weg auf ein ordentliches Gericht gewählt (dazu
Nachher mehr):Vorneweg gesagt: Ein Zivilgericht nimmt eine Klage oder einstweilige Verfügung gegen einen Sportverband nur an, wenn Mängel oder ein Willkürurteil in der Sportgerichtsbarkeit festgestellt werden kann. Da die
Klage des TSVW.angenommen wurde ist stark anzunehmen, dass hier Mängel in der Sportgerichtsbarkeit vorlagen, wie dies ja später das OLG Stuttgart
festgestellt hat.

3. Landgericht:

Das Landgericht war nicht gegen den TSV Wendlingen. Das Landgericht hat
Ein Entscheidungsspiel vorgeschlagen und eine Aufstockung der Oberliga auf 11 Mannschaften. Dies wurde vom TTVWH abgelehnt. Das Landesgericht hat sich danach weniger mit der Sache beschäftigt, sondern hat entschieden, dass Sie sich nicht in die Verbandssportgerichtsbarkeit einmischen wollen. Über die eigentliche Sache wurde weder recherchiert noch diskutiert.

4. Oberlandesgericht:

Das Oberlandesgericht hat sich der Sache (als erstes der Gerichte )
Richtig angenommen. Hat auf eigene Veranlassung in Kroatien recherchiert. Dem Gericht lag eine eidesstattlich Erklärung des kroatischen
Tischtennisverbandes vor, das die Zupanisjskaliga nicht unter dem Dach
des kroatischen Tischtennisverbandes organisiert wird. Gleichzeitig wurde der
kroatische Tischtennispräsident über 1 Stunde verhört, so dass der
Richter zu dem Schluss kam, dass dieser Zeuge glaubhaft ist. Außerdem
wurden mehrere begangene Fehler festgestellt in denen gegen die eigenen Statuten des Verbandes gehandelt wurde, so dass ein nachträglicher Punkteabzug nie und nimmer erfolgen durfte . Der Richter wies beide Parteien darauf hin, dass er ein Urteil zu Gunsten des TSV Wendlingen fällen wird, gibt allerdings beiden Parteien Zeit sich gütlich zu einigen, da es ansonsten immer schwieriger wird den TSV Wendlingen in den Oberligaspielplan zu integrieren (Urteil hätte wieder 2 Wochen gedauert, usw.) Daraufhin hat sich der Verband mit dem TSV Wendlingen geeinigt. Man beachte noch den Zusatz des Richters, dass wenn die Verhandlung 4 Wochen früher gewesen wäre, die TG Donzdorf aus der Oberliga herausgenommen worden wäre.

Ich hoffe mit dieser Auflistung in Kurzfassung habe ich bei einigen Leuten Licht ins Dunkle bringen können.

Meine Informationen habe ich durch neutrale Insider. Ich habe teilweise die Akten der Gerichtsverfahren gesehen mit den vorliegenden Beweisen beider Seiten. Ich kann Ihnen versichern, dass der TSV Wendlingen ohne den beschriebenen Ablauf des Sportgerichtlichen Verfahrens niemals den Weg auf ein ordentliches Gericht gewählt hätte. Aber es sollte sich mal jeder Fragen ob er diese Urteile akzeptiert hätte, von einem Schiedsgericht mit einem Befangenen und einem dubiosen Urteil? Der TSV Wendlingen war Opfer und nicht Täter.

Ich wünsche keinem Verein dass er diesen Weg einschlagen muss um
seinen Namen reinzuwaschen und Ungerechtigkeit zu bekämpfen. Der TSV
Wendlingen wäre sportlich ein Jahr später aufgestiegen. Es sind keine
Ambitionen auf hohe Ziele auszumachen. Der TSV Wendlingen hätte sich
Kosten und Nerven sparen können, wenn Sie die Urteile hingenommen hätten. Nur Wenn man mit 36:0 Punkten Meister wird und sportlich gesehen das ganze Jahr keinen Gegner in der Liga hatte, und dann über dunkle Kanäle und dubiosen Umständen die Meisterschaft weggenommen wird. Angeklagt wird als Verein welcher gegen die Regeln verstoßen hat, und null Prozent Schuld vorhanden ist,weder des Spielers noch des Vereins, dann muss man sich meiner Meinung nach wehren.

Ich weiß, dass Leute wie der Petar, die irgend ein Halbwissen haben und
sich bei solchen Diskussionen immer wieder hervortun wollen, ohne irgend eine Ahnung zu haben, wieder was anderes Schreiben. Genauso werden sich wieder Leute aus Donzdorf melden, die sich alles so hindrehen, wie Sie es gerne haben möchten, oder wie es Ihnen von dem Präsidium verkauft wurde.

Für diese Leute ist dieser Bericht auch nicht bestimmt. Dieser Bericht ist für Leute die sich wirklich informieren möchten und die Wahrheit auch hören möchten. Jedes einzelne Wort in diesem Bericht kann schwarz auf weiß nachgewiesen werden.

Zum Schluss nur ein paar Fragen: Was kann Donzdorf vorlegen um irgend eines Ihrer Anschuldigungen zu beweißen? Welcher Beweis liegt vor, dass diese Liga vom kroatischen Verband organisiert wird? Seit wann muss man in Deutschland seine Unschuld beweißen wenn keine Beweiße für eine Schuld vorliegen? Aber ich weiß die Wahrheit tut einigen sehr weh! Sportlich gesehen war dieser Protest aus Donzdorf sowieso lächerlich. Gegen Untertürkheim hätte Wendlingen mit 5 Spieler gewonnen und auch gegen Donzdorf sprechen die sportlichen Ergebnisse für sich (9-5 mit Drobec... 9-3 ohne Drobec... und dieses Jahr wieder 9-3).

Viele Vereine sollten sich überlegen, was Sie in dieser Situation getan hätten! Und vielleicht sind manche Vereine irgendwann sogar einmal froh, dass Sie diesen Weg gegangen sind. Wenn jetzt die Lücke geschlossen wird, dass sich Vereine ohne Beweiße auf einen Regelverstoß, mit 6 Punkten Rückstand den Aufstieg erschleichen können, dann ist dem Tischtennissport hier sehr geholfen worden!
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