|
AW: Wie weit kann man noch kommen?
Nehmen wir mal an, dass ein Jugendlicher gegen einen "krummen" Erwachsenen spielen muss, der in jedem Topspin sehr viel Sidespin hat.
Wenn er sich schlecht an die Bälle anpassen kann, dann hat er noch die Option zu versuchen, selbst das Spiel zu machen. Also kurz bis man selbst eröffnet. Zu Beginn vielleicht auch hart lang ohne Spin aufschlagen um den gegn. Sidespin zu erschweren. Das genau ist das taktische Wissen, dass der Jugendliche lernen muss.
Denn hochklassig mag es im Schnitt etwas "gerader" zugehen. Aber jeder (!) wirklich gute Spieler kann auch mit Sidespin nach aussen oder innen ziehen.
Letzte Woche hatte ich als Thema beim Vereinstraining "Flip mit Sidespin". Solche Bananenflips sind durchaus auch krumm. Da sie aber sehr schwer sind findet man die eher in höheren Klassen. Die Woche davor habe ich bei einem unserer Linkshänder Sidespin nach aussen als Variante trainieren lassen.
Ab einem gewissen Niveau sollte jeder in der Lage sein den Spin in alle Richtungen und in allen Schlägen zu variieren. Das nennt sich dann irgendwann variable Verfügbarkeit.
Wenn ein Jugendlicher früh genug Erfahrungen gegen ältere Semester auf Kreisebene sammeln konnte, dann hilft ihm dieses taktische Wissen gegen variable Spieler die technisch einfach mehr können als nur fest mit viel Überschnitt zu ziehen.
Daher ist es Unsinn wenn jemand behauptet, dass Kids sich die Technik "versauen" wenn sie in unteren Herrenklassen starten müssen. Sie sollen einfach da starten wo sie hingehören. Wenn jemand in der 1. Kreisklasse vorne mit 15 Jahren ausgeglichen startet, dann kann er trotzdem noch weit kommen. Wichtig ist, dass er nicht ins Herrentraining "geworfen" wird sondern weiterhin betreut und trainiert wird!
|