Zitat:
Zitat von Carstens_Brüderchen
Wer sofort nach Rücktritt schreit, sobald nur irgendein Vorwurf im Raum steht, dem geht es offensichtlich nicht um die Fakten und die tatsächlichen Verstrickungen, sondern einfach nur um die kategorische Eliminierung eines Ministers zur Schwächung des Kabinetts und der Regierung - egal, ob der betroffene Minister eine Schuld trägt oder nicht.
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Da gebe ich Dir Recht, das ist eine Unsitte, die sich in der deutschen Politik durch alle Parteien zieht und tlws. auch in der Vergangenheit schon durchaus fähige Köpfe gekostet hat.
Allerdings sollte schon geklärt werden, inwieweit Guttenberg seinen Arbeitgeber, nämlich das Volk, bewußt belogen hat. Klar ist, dass es als Verteidigungsminister wohl nicht immer möglich ist, tatsächlich alles öffentlich zu machen. Allerdings sollte man das dann auch so kommunizieren.
Und der heutige Einwurf von Guttenberg, es sei unverantwortlich von der Opposition, innenpolitische Grabenkämpfe zu führen, während in Afghanisten deutsche Soldaten getötet und verletzt würden (sinngemäß), ist zwar einerseit nicht ganz von der Hand zu weisen, ist aber andererseits auch ziemlich zynisch, da er genau durch diesen Einwand diese Soldaten instrumentalisiert, um von den Vorwürfen gegen sich selber abzulenken.
In meinen Augen ist das ganze sicherlich eher eine kriegerische Auseinandersetzung. Ich weiß zwar nicht, wie da die gesetzlichen Definitionen lauten, aber wenn tatsächlich gezielt "Feinde" getötet werden, auch wenn dies vielleicht profilaktisch zum Selbstschutz geschieht, dann ist das für mich Krieg.
Interessant fand ich ja die Chronologie, als Guttenberg erstmals zur großen Überraschung der Medien und der Öffentlichkeit tatsächlich von einer kriegerischen Auseinandersetzung sprach. Und, ach welch Zufall, wenige Wochen wurde dann später erklärt, dass der Fall des Oberst Klein ja evtl nicht nach deutschem Strafrecht, sondern internationalem Kriegsrecht behandelt werden müsste, da es sich ja anscheinend doch um eine kriegerische Auseinandersetzung handele.