Zitat:
Zitat von stefan.s
Guten Morgen. Erstmal danke für die Blumen, sehr schön.
Aber bitte erläutere doch mal, inwiefern ich hier für 90% des Kindergartens verntwortlich bin? Komm' Butter bei die Fische!
Ich bin gespannt!
|
Und nur mal so rauskopiert für die Deskriptiven unter uns:
Humesches Prinzip
aus nur deskriptiven Aussagen kann man keine rein normativen Aussagen ableiten.
Es gibt keinen gültigen Übergang (Schluß) vom Ist zum Soll. Oder: Keine wertende oder deontische Aussage (Soll-Aussage) kann gültig aus einer Prämissenmenge gefolgert werden, die nicht wenigstens eine wertende oder deontische Aussage enthält.
Hume
Hume-Denkmal in Edinburgh Andere Formulierungen:
* Vom Sein (wie etwas ist) kann nicht aufs Sollen (wie etwas sein soll) geschlossen werden.
* Aus Tatsachen folgt keine Norm.
* Aus beschreibenden Aussagen folgen keine Bewertungen, Bewertungsmaßstäbe oder Ziele.
*
Die Biologie (und andere Naturwissenschaften), die Soziologie (und andere Geisteswissenschaften) beschreiben und erklären Beziehungen und Zusammenhänge. Diese Beschreibungen liefern aber keine normativen Aussagen. Das schließt nicht aus, dass sie zur Grundlage normativer Aussagen gemacht werden können.
Sie sind aber ungeeignet diese normativen Aussagen auch zu begründen.
* Die Behauptung des Sachverhalts p erlaubt weder zu folgern: "es ist geboten, daß p", noch "es ist verboten, daß p".
Im engeren Sinne kann man auch unterscheiden zwischen
* Seins-Sollen-Fehlschluss (David Hume): geht von einem Ist-Zustand auf einen Soll-Zustand über.
* Naturalistischer Fehlschluss (George Edward Moore): präskriptive Prädikate werden durch deskriptive Prädikate definiert oder ersetzt.
Soweit ich es sehe läuft beides auf denselben Fehler hinaus: es gibt keinen logisch gültigen Übergang zwischen Ist und Soll. Dabei ist immer vorausgesetzt, dass man rein präskriptive Aussagen oder rein deskripte Aussagen meint. Von der Aussage: "Schnee ist weiß" kann man logisch gültig zu "Schnee ist weiß oder Versprechen sind einzuhalten" übergehen.
»Das Standardargument gegen die verschiedenen Formen des Naturalismus ist seit Moore der Nachweis eines naturalistischen Fehlschlusses ..., die Definition von "sittl. (an sich) gut" durch empirische oder metaphysische Begriffe (z. B. "an sich gut" = "lebensdienlich"), was schon Hume als Sein-Sollen-Fehlschluß, eines zwar nicht bemerkten, aber unzulässigen Übergangs von deskriptiven (empirischen oder metaphysischen Seins-) zu normativen (Sollens-) Aussagen (z. B. von "x ist nützlich" zu "Du sollst x tun"), kritisierte.«
Otfried Höffe, Hg.: Lexikon der Ethik. München: Beck, 1980. Zweite, neubearbeitete Auflage. S. 163
"
Wissenschaft hat keine ideologischen Implikationen. Sie sagt uns einfach, wie die Welt ist – nicht wie sie sein sollte. Wenn sich eine Rechtfertigung, ein moralisches Ureil oder sonst irgendeine dieser »sollte«-Aussagen als Schlussfolgerung aus rein wissenschaftlichen Prämissen ausgibt, kann man daher nur eines tun, nämlich die Logik der Folgerung in Frage zu stellen; die Prämissen bleiben davon unberührt. Leider sind die Menschen häufig derart entrüstet über die Schlussfolgerungen, dass sie nicht deren Fehlerhaftigkeit, sondern die wissenschaftlichen Erkenntnisse insgesamt zurückweisen."
Guter Mann, der Höffe, übrigens...