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Alt 11.01.2010, 00:23
Florian L. Florian L. ist offline
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AW: Deutsche Vh-Technik noch konkurrenzfähig?

Sicher kann ein Fortschritt nicht durch blankes kopieren des momentan höchsten/besten Levels erreicht werden. Wäre dies im TT der Fall, würden wir immer noch uns stundenlange Schupfduelle im Stile der 30er-Jahre ansehen (5-Euro ins Phrasenschwein). Nichtsdestotrotz lohnt es sich bei den besten einmal genauer hinzuschauen. Dass die Chinesen seit dem Ende der 90er dominierend sind (okay 2003 und 2004 waren Ausrutscher), ist unbestritten, ebenso wie die Tatsache, dass sich das Spiel der Chinesen in dieser Zeit verändert hat (siehe die beängstigende RH eines Wang Haos).

Die VH spielt sicher ein wesentliche Rolle, da sie durch Explosivität und Durchschlagskraft das Spielsystem komplett macht. "Nur" eine gute VH ist leicht berechenbar und kann recht einfach ausgespielt werden, weswegen sich mMn auch ein Ryu Seung Min nicht dauerhaft auf dem Niveau von 04 festsetzen konnte. Unterschiede in der asiatischen (im weiteren Sinne) bzw. der chinesischen (im engeren Sinne) Technik zur europäischen/deutschen sind ebenfalls zu erkennen und wurden schon erläutert (Körpereinsatz, Strecken des Armes). Aufgrund der VH-Technik auf die Leistungsfähigkeit zu schließen ist zu einfach, da, wie schon berichtet, es eine Vielzahl von Komponenten das Spielniveau bestimmen.

Trotzdem ist auffälllig, dass ein Boll (oder ein Samsonov) verhältnismäßig weich spielen und wenig Druck mit einem Schlag erzeugen. Im Gegenzug sind sie aber trotzdem in der Lage effektiv zu punkten, müssen den Ball dafür öfter rüberspielen. Ihr Spielsystem ist aber darauf ausgerichtet und sie benötigen den VH-Schwinger nicht. Anders sähe es aus, wenn Boll versuchte direkt zu punkten und das Spiel auf drei oder vier Ballkontakte zu beschränken. Folglich ist die andere TEchnik momentan kein eklatanter Mangel in Bolls Spiel (meine Meinung), auch wenn diese Variante ihm sicher gut zu Gesicht stünde.

EIne ganz andere Frage ist die Systemfrage. Ich verstehe nicht, warum es eine dickköpfige "Arroganz" gibt, die die chinesischen Leistungen auf ein unerreichbares Level hebt mit der einfachen Begründung: Die sind ja viel mehr und trainieren mehr. Das ist auch zu einfach!

Wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich ehemalige chinesische Profispieler in mein Trainerteam holen und versuche, die gewinnbringenden Punkte des chinesischen Systems (inkl. Technik) zu adaptieren oder wahlweise meine begabten Spieler mal für ein paar Monate/Jahre nach China schicken (wie es die Chinesen in ihrer Krise Anfang 90er taten). Getreu dem Motto: von den Besten lernen, heißt Siegen lernen.


Mit der jetzigen DTTB-Spitze wird dies jedoch kaum zu verwirklichen sein, da, wie mir scheint, eine gewisse "Sattheit" erreicht ist und sich auf dem Status der Nummer zwei hinter CHina ausgeruht wird.
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