|
Müller will in Würzburg den Ton angeben
Hier wurde diskutiert, wer in Würzburg künftig das Sagen hat.
In der Westdeutschen Allgemeine ist darüber zu lesen:
Müller will in Würzburg den Ton angeben
WAZ Bochum. Tischtennis-Bundesliga in Bochum - seit letzter Woche steht fest, dass dieses Kapitel wohl geschlossen wird.
Frank Müller, der Name steht im Bochumer Tischtennis-Sport für vieles: Stetiger Aufstieg, Bundesliga, Spitzensport. Müller machte den Vorortklub Weitmar-Munscheid zu dem, was er bis vor wenigen Tagen noch war: Eine Marke in der höchsten deutschen Liga. Er machte ihn aber auch zu einem Konstrukt aus einem autokratischen Chef, einer Handvoll auswärtiger Spitzenspieler und zurückhaltender Mitglieder. Die fanden nicht alles gut, was Frank Müller machte und wie er sich präsentierte, aber sie folgten ihm. Der Bundesliga zuliebe.
Die finanzierte Frank Müller allein. Woraus er, der mit Immobilien sein Geld verdient, das Recht ableitete, sich selbst aufzustellen. Jetzt ist er neuer Manager in Würzburg. Was ihn dort reizt: "Tradition, ein gewachsenes Umfeld und die Hofbräu-Brauerei als Mitsponsor." All´ das, was ihm Bochum nicht geben konnte oder wollte. Denn der Chef der TTG Müller Munscheid hat nicht den besten Ruf. Man liebt oder hasst ihn. Die schlechtesten Zuschauerzahlen der Liga beweisen, dass es von letzteren mehr gibt, als Müller glauben mochte.
Das Kapitel Bochum ist aber noch nicht beendet. Er bleibt Manager und Sponsor des Regionalliga-Teams. "Ich verdanke Munscheid viel", sagt Müller. "Ich hinterlasse keine verbrannte Erde." Damit straft er viele Lügen, die ihn für einen herzlosen Egoisten halten. Das jedoch ist Müller nicht.
In Würzburg scheint man es zu wissen. Dem fränkischen Klub hängt das Etikett an, eine Fahrstuhlmannschaft zu sein. Da kommt zusätzliches Geld wie gerufen. Eine Fusion schloss Würzburgs Manager und künftiger Sportkoordinator Karl-Heinz Schätzlein aber aus, obwohl Munscheids Bundesliga-Team dort seit einem Jahr wohnt und trainiert. Stattdessen sagte Schätzlein: "Wenn Müller bei uns als Sponsor einsteigen möchte, darf er das gerne tun." Würzburg will keinen Chef, der von oben herab bestimmt, doch wer das letzte Wort hat, deutet Müller an: "Was Schätzlein sagt, ist das eine, was ich schriftlich habe, das andere."
19.05.2003 Von Stephan Vogtland
|