Zitat:
Zitat von stefan.s
Interessant und die typische Argumentationlinie in deinem Alter, ich kenne das...  .
Nur: einen 'wissenschaftlichen Beweis', also im Sinne einer Verifizierung, gibt es nicht mal systemimmanent.
Wir hangeln und vos einer Hypothese zur Nächsten, wir leben mit 'Annahmen' von und über Welt und nicht mit 'Wahrheiten'. Das ist allen Naturwissenschaftlern bekannt.
Man nennt sowas auch 'Immunisierung'. Die Untersuchungssettings der empirischen Wissenschaften werden so lange angepasst und 'sterilisiert', alle störenden Einflüsse ausgeschaltet, bis 'es passt'  .
Wenn wir nun über Glauben und/oder die Bibel sprechen, begeben wir uns auf ganz anderes Terrain. Wir sind hier jenseits jeglicher (wissenschaftlicher) Rationalität.
Oder anders: man kann die Bibel - was vielfach geschehen ist - natürlich wissenschaftlich 'beleuchten'.
Aber das berührt in keinster Weise das, was Gläubige darin sehen: eine nicht diskutable WAHRHEIT!
Und, das ist seit Jahrhunderten ein Kardinalproblem aller großen Denker: das Theodizeeproblem und mithin ein aktiver Gottesbeweis ist letztlich unlösbar.
(Ganz gut hierzu, wenn auch kurz: http://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee)
Die 'letzten' Fragen, darauf will ich hinaus, sind von Menschen nicht zu beantworten - und das ist allen Denkern seit Jahrtausenden bewußt. Daran ändert die moderne Naturwissenschaft einen Schiß.
Genau deshalb sind viele Denker, die Zeit ihres Lebens nach der Beantwortung dieser Fragen gesucht haben, spät zum Glauben gekommen.
Insofern, man verzeihe mir  , ein negativer Gottesbeweis.
Wir kommen letztlich nicht umhin, irgendwas 'Externes' anzunehmen, denn es ist das ewige Dilemma, dass der Geist (das Gehirn) sich nicht selbst erklären kann.
So sind wir nicht gestrickt.
Die meisten Leute blenden diese Fragen aus, und damit lebt man ja auch ganz gut. Aber sie bleiben immanent da, und eigentlich jeder wird dann und wann mit ihnen konfrontiert.
Und an diesem Punkt wird es wirklich spannend: ich sagte, wir 'müssen etwas annehmen'. Dieses ist dann aber kein aktiver 'Akt', sondern etwas, das 'passiert'.
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ging mir gar nicht so ums wissenschaftliche, ich bestreite auch nicht, dass es ihn gibt. Ich wehre mich nur dagegen, die Bibel als in auch nur irgendeiner Weise hierfür bedeutend anzusehen. Dieses Buch (und es ist wirklich nur eine Ansammlung von Geschichten, was man übrigens nicht nur in meinem Alter so denken kann, sondern auch noch mit 65) beschränkt sich einfach total auf eine Vorstellung von Gott. Und dabei sollte sich doch am Besten jeder seine eigene Vorstellung von ihm machen. Ich für meinen Teil hab sogar immer eine andere Vorstellung von ihm. In besseren Phasen meines Lebens hatte ich eine bessere Vorstellung von ihm, als als die FDP zum Teil der Bundesregierung wurde (


von ihm). Als mein Vater gestorben ist, hatte ich ne schönere Vorstellung von dem, was danach kam, als ich sie hätte, wenn irgendwer sterben würde, denn ich gar nicht ab kann.
Naja egal. Man kann ja sogar an einzelne Zitate der Bibel glauben (wenn auch nicht an Zahn und Auge). Aber bevor man das so in sein Leben hineindringen lässt, wie es bei Breaker den Eindruck macht, dann kann man genauso sagen:
Ich glaube an Schicksal, und deshalb brauch ich jetzt nix mehr zu tun, denn das Schicksal ist ja hervorbestimmt. Nur dann brauch man sich hinterher nicht zu wundern, wenns doch nicht so war.
Fazit:
Wenn jemand sich fragt, was da noch ist, und er sogar davon überzeugt ist, dass da noch was ist, dann ist das völlig legitim.
Ein Problem hab ich mit der ganzen Sache nur,
(weshalb ich nicht von Religionen überzeugt bin, wenn andere das sind, dann solln sie das, ich erläutere hier nur, wieso ich nicht überzeugter Christ/Buddhist/Muslim/Zeuge Jehovas bin)
wenn man sich auf eine bestimmte Sache festlegt. Denn warum sollte gerade diese richtig sein.
Deshalb vielleicht nochmal an Breaker oder auch an dich, Stefan:
Wieso sollte die Lehre des Christentums richtiger sein, als die von anderen Religionen oder eben der Glaube an Schicksal?
P.s.: Wieso sollten einige Teile der Bibel richtig sein, wenn andere nicht richtig sind (AuA,ZuZ; dass sollte wohl auch Breakers Meinung sein)? Da kann ich ja die Fundementalisten fast noch eher verstehn.
Und ich weiß, ich bin erst 15 (übrigens auch nur noch ne Woche), und da ist man noch dumm. Aber ne andere Antwort hört man von den schlauen Erwachsenen einfach nie. Egal wie oft man sie fragt. Selbst unsere damalige Pastorin konnte mir im Konfirmandenunterricht nix dazu erzählen. Hat uns nur Blätter mit irgendwelchen Bibelzitaten gegeben. Schade, denke ich werd mit 18 wieder austreten. Die Kirchensteuer spend ich lieber. Meinetwegen auch an Brot für die Welt.