|
AW: Rettet die Abwehr - aber wie?
Es gibt meines Erachtens nur ein Problem und das sind die Trainer an der Basis:
Die Ausbildung eines Abwehrers erfordert mehr Zeit und Aufwand. Oftmals steht nur ein Trainer in der Halle und muss sich um viele Kids kümmern. Eine Umstellung auf Abwehr funktioniert aber nicht so, dass man nur Noppen aufklebt und schaut was passiert. Um es richtig zu machen ist anfangs Einzeltraining notwendig usw.
Die meisten Trainer haben zudem keinerlei Kenntnisse in dem Bereich. Sie wissen zwar was einen Angreifer ausmacht und können alle Techniken (irgendwie) vermitteln, bei einem Abwehrer gibt es aber nur wenige die sich hier auskennen.
Zudem existiert oft noch das Vorurteil, dass man Noppen erst mit 50 spielen sollte wenn alles andere versagt hat. Wenn also mal ein Spieler ausgewählt wird Noppen zu spielen (ggf damit dann Abwehr) dann ist das oft eine Negativauswahl. Man sucht also jemanden der bestimmte Dinge nicht kann und kompensiert das mit Material. Beispielsweise lernt einer vllt. einfach keinen RH-Top, der wäre dann ein Kandidat für eine solche "Auswahl".
Trainer müssen den Mut haben gerade mal ein besonderes Talent für das Abwehrspiel zu finden. Man braucht Kids die Gefühl für Rotation haben, die besonders schnell sind, die "einen guten Kopf" haben usw. Bei Kids die talentiert sind greifen die meisten Trainer auf Angriffssysteme zurück weil sie sich dort auskennen.
Insofern ist das Ganze ein Teufelskreis.
In Hessen haben wird der Abwehr besonderen Platz in der C-Trainerausbildung eingeräumt um diesen Teufelskreis irgendwann mal zu durchbrechen. Hier wird sehr viel über Technik, Materialkunde, Taktik und auch Talentauswahl vermittelt.
Die Zukunft wird zeigen ob sich das lohnt.
Geändert von Cheftrainer (14.01.2010 um 16:05 Uhr)
|