Uni Holzhausen schlittert knapp an Sensation vorbei
Am gestrigen Montag trieb es uns nicht wie gewohnt in Hörsäle oder Seminarräume, sondern wir machten uns vom Hauptbahnhof auf den Weg nach Braunschweig um die Uni bei der Zwischenrunde der Deutschen Hochschulmeisterschaft zu vertreten. Nach Absagen von Alexander Flemming und Michal Slesar, starteten wir mit Philipp Hoffmann, Gregor Meinel, Falk Konopisky und Felix Becker in die „Stadt der Wissenschaft“.
Die 2 stündige Hinfahrt wurde mit Gegneranalyse , Hoffnungen, Erwartungen und Befürchtungen über den heutigen Spielausgang schnell bewältigt. Nachdem der Zug pünktlich am Bahnhof der zweitgrößten Stadt Niedersachsens einrollte blickten wir erwartungsvoll auf die Stadt. Aber mehr als altgediente Straßenbahnen und ein Hotel, was die besten Zeiten schon hinter sich hatte, konnten wir nicht erspähen. Gregor schätze die Situation mit dem Kommentar: „Das ist doch Zone hier!“ konkret ein. Als wir dann ein Tagesticket für Bus- und Bahn erstanden hatten ging es dann auch schon los Richtung Unigelände. Auf der Ausschreibung war eine konkrete Wegbeschreibung angegeben, diese funktionierte auch ganz wunderbar, bis dahin, wo die ausgewiesene Straßenbahnlinie 8 hätte sein sollen. Nach kurzen Rücksprachen mit der einheimischen Bevölkerung, und der Erkenntnis das diese Linie schon seit Jahren nicht mehr fährt, kamen wir dann doch schnell am gewünschten Ziel an.
Da wir noch etwas Zeit hatten, besuchten wir die Mensa der TU und stärkten uns bei leckerem, wenn auch etwas überteuerten Hirschbrachten. Mensatechnisch sind wir halt doch etwas verwöhnt
Die Turnhalle befand sich praktischerweise gleich neben der Mensa, so dass wir von einem längeren Verdauungsspaziergang verschont blieben.
Nach etwas Einspielzeit bescherte uns die Auslosung eine Freirunde und dann die Spiele gegen Aachen und Braunschweig. Die Hoffnung, dass die anderen Teams vielleicht auch Probleme haben würden Ihre Spitzenspieler zu mobilisieren bewahrheitete sich leider nicht. Somit pegelte sich die Zielvorgabe auf Schadensbegrenzung ein.
Nachdem die TU Braunschweig die Uni Aachen schnell mit 6:1 bezwang, ging es nun für uns darum nicht gegen Aachen zu verlieren um im letzten Spiel noch um den Einzug in die Finalrunde kämpfen zu können. Da wir uns im Zug auf eine aggressive Doppelaufstellung geeinigt hatten starteten wir mit Hoffmann/Becker als 1er sowie Meinel/Konopisky als „zerstörendes“ 2er Doppel. Die Taktik schien aufzugehen; das 2er kam sicher in 3 Sätzen und das 1er führte im 5. Satz bereits 9:5 um dann noch hauchdünn zu verlieren. Danach kam es im Oberen Paarkreuz zu einer Punkteteilung. Dann folgte ein dramatischer Spielverlauf im UP; Becker kämpfte sich nach einem 0:2 und Konopisky nach einem 1:2 Satzrückstand noch in den Entscheidungssatz wo beide dann auch 10:8 führten, um dann mit 11:13 sowie 14:16 noch zu unterliegen. Somit 2:4, anstatt 4:2. Unser traumhaft spielendes OP punktete dann zwar noch mit attraktiven VH-Topspin und Noppenblocks doppelt zum 4:4 Ausgleich, doch konnte diese Vorarbeit vom UP nicht vollendet werden. Dadurch eine bittere 4:6 Niederlage gegen die Uni Aachen.
Nach kurzen Rechenspielen unseres Wirtschaftsstudenten kamen wir zu der Erkenntnis, dass uns ein 6:2 Sieg noch in die Endrunde katapultieren konnte. Somit ging es noch einmal voll konzentriert ins letzte Spiel. Nach den Doppeln stand es wieder 1:1, trotz sehenswerter Ballwechsel gab es eine 1:3 Niederlage für Hoffmann/Becker und einen nach 2:0 Führung rein gezitterten 5 Satzerfolg für Meinel/Konopisky. Danach gab es Tischtennis der Extraklasse; Philipp bewegte sich, spinnte gut an, traf und schoß den 2er der Braunschweiger regelrecht ab; am Nachbartisch tat Gregor es im gegen den hochpositiv stehenden Regionalligaspieler Klingspon gleich, auf die hart gepressten Rückhände folgten atemberaubende Vorhandwinner. 3:1 Führung. Dann folgte wieder unsere Sorgenkind, dass untere Paarkreuz. Im Endeffekt nie Chancenlos, aber heute einfach zu schwach und über weite Strecken zu ängstlich um die Gegner in Bedrängnis zu bringen, somit jeweils 1:3 und vorbei der Traum vom Finale. Jetzt gab es oben noch eine Punkteteilung und unten wieder eine Nullnummer. Endresultat, wie gewohnt 4:6.
Nach diesen beiden knappen Niederlagen wollten wir den Abend nun noch gemütlichen bei einem Bier in der Halle ausklingen lassen. Beim Kauf desselbigen erlebten wir jedoch die nächste Enttäuschung, die Flaschen waren eher etwas für die Hobbits aus Mittelerde anstatt für gestandene sächsische Tischtennisspieler, 0,33 Bierchen.
Nichtsdestotrotz verweilten wir in entspannter Atmosphäre noch eine Weile in der Halle um nach einer ausgiebigen Gesprächsrunde doch noch in Zeitnöte zu geraten. Es fuhr leider kein Bus, in dem von uns benötigten Zeitfenster, deshalb mussten wir noch ein Taxi rufen, welches uns dann schnell zum Bahnhof brachte. Dort versorgten wir uns dann noch mit ausgiebig Wegzerrung für die beschwerliche Heimfahrt. Nach einer kurzen Sprinteinlage erreichten wir auch den Zug nach Magdeburg. Wir hatten es uns schon gemütlich gemacht und das Essen ausgepackt da bemerkten wir, dass das doch nicht unser Zug war, dann hieß es Füße in die Hand nehmen und los … und trotz des anstrengenden Tages schafften wir es noch rechtzeitig in die jetzt richtige Bahn. Damit erreichten wir, nach Zwischenstopps in Magdeburg und Halle, kurz vor um 1 wieder Leipzig. Dort brachte uns dann der Nightliner alle wohlbehalten ans gewünschte Ziel und ein Tagesausflug, der an einstige Klassenfahrten erinnerte, ging vorbei.