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Schimmelpfennig
Bericht aus der "RHEINPFALZ"
Boll und die Folgen
TISCHTENNIS: Terminkalender gilt Augenmerk
PARIS (sid). Timo Bolls frühes Scheitern bei der WM in Paris und die größte WM-Pleite des Deutschen Tischtennis-Bundes seit 20 Jahren sollen tiefgreifende Konsequenzen haben - auch und besonders für den amtierenden Weltranglistenersten.
"Timo jetzt allein an den Pranger zu stellen, ist zu billig. Aber er wird Verzicht lernen müssen: weniger PR-Termine, weniger Preisgeld-Turniere und weniger Showkämpfe", sagte Cheftainer Dirk Schimmelpfennig enttäuscht. Die Schlussfolgerungen der WM dürften allerdings nicht nur den gestrauchelten Hoffnungsträger betreffen. "Wir müssen und werden unsere Wettkampfstruktur revolutionieren. Wir haben keine optimalen Bedingungen, und dann ist es unsere verdammte Aufgabe, für bessere Bedingungen zu sorgen", erklärte Schimmelpfennig weiter.
Bolls Reinfall an der Seine führte der Coach auf die vielen Verpflichtungen des Weltcupsiegers nach dem Sprung an die Weltspitze sowie die Missachtung von eigens ausgearbeiteten Trainingsplänen zurück: "Timo ist nicht faul, doch die seit Jahresbeginn entstandenen Defizite waren nicht aufzuholen, auch wenn wir Schadensbegrenzung versucht haben."
Um Boll und Co. weitere Negativerfahrungen zu ersparen, plant Schimmelpfennig weitreichende Änderungen im Terminkalender: "Aus den Lehren für Timo wollen wir auch eine Generallinie für alle anderen Spitzenspieler herleiten. Eine Straffung ist dringend nötig, da passt eine Bundesliga mit zehn Klubs und einer Playoff-Runde nicht mehr hinein, auch vor dem Hintergrund einer geplanten Europaliga für Vereine. Außerdem müssen wir die Planung internationaler Einsätze umstellen."
Nach dem schwachen WM-Resultat hielt Schimmelpfennig personelle Konsequenzen vorerst für ausgeschlossen: "Es würde mich überraschen, wenn das Präsidium vor Athen handeln würde." Zwar schafften Torben Wosik und Nicole Struse nach Boll und Jie Schöpp voraussichtlich die Direktqualifikation für Athen, aber dennoch beklagte Schimmelpfennig mit Blick auf die mögliche Streichung von Fördergeldern das Gesamtergebnis. "Wir haben wir keinen Grund für eine schöne Stadtrundfahrt oder eine WM-Feier."
RON - RHEINPFALZ ONLINE, Samstag, 24. Mai , 03:45 Uhr
Herr Schimmelüfennig,
ich frage mich: WER bezahlt eigentlich unsere Nationalspieler?
Bundesliga mit 10 Mannschaften bedeutet -18 Spieltage
Das Jahr hat 365! Tage.
Sicherlich kann man über den Modus "Play-Off" diskutieren.
Auch ich finde, es sollte gehandhabt werden wie im Fußball
nämlich eine Meisterschaftsrunde, wer am Ende auf dem 1. Platz steht, ist MEISTER.
Das TT-spielende Volk möchte sicherlich unsere Top-Spieler auch in Deutschland spielen sehen, nicht nur aus der Presse erfahren, wie die Nationalspieler in Asien, Amerika oder sonstwo abgeschnitten haben.
Oder soll der Tischtennis-Spitzen-Sport nur noch in der Form stattfinden, dass die Top-Leute ausschliesslich Pro-Turniere spielen? nur noch in Vereinsmannschaften antreten, wenn gerade der Pro-Turnierplan dies mal zulässt?
Kurz gesagt, wie im Tennis?
Timo Boll hat sich nach seinen Erfolgen vermarktet. Dies ist auch aus meiner Sicht legitim. Wenn Fehler in seiner Trainingsgestaltung, speziell im konditionellen Bereich aufgetreten sind, muß man darüber reden und solches für die Zukunft vermeiden.
Meiner Meinung nach, kann ich (fast) an jedem Ort etwas für die konditionelle Fitness tun. die Öffentlichkeitstermine erstrecken sich ja nicht über 24 Std am Tage.
Mir stellt sich hier die Frage:
Wohin wollen Sie das ganze steuern?
Wie oben erwähnt, werden die Spieler zum Großteil durch die Vereine bezahlt. also muß der Mannschaftssport auch einen entsprechenden Stellenwert in Deutschland behalten, oder
beabsichtigt der DTTB, unsere Top-Leute unter Vertrag zu nehmen?
Dies kann ich mir wahrlich nicht vorstellen.
Mit sportlichem Gruß
Peter Becker
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Tischtennis ist nicht alles,
aber schön isses
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