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Alt 04.02.2010, 17:50
holgidick holgidick ist offline
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AW: Wie vermeide ich Ausraster?

Zitat:
Zitat von raoul Beitrag anzeigen
Naja, wenn man auf der Gewinnerstraße ist, gibt es ja auch nicht soviel Grund wütend zu werden. Aber vielleicht hat sich auch schon was verändert, weil du angefangen hast hier darüber zu reden und dir selber klar zu machen, dass deine Wutausbrüche ein Problem sind. Ich bin fest davon überzeugt, dass man immer die Möglichkeit hat sich zu verändern, man ist seinen Ausrastern nicht hoffnungslos ausgeliefert. Zuhause scheinst du ja auch nicht gleich Dinge durch die Gegend zu schmeißen, wenn dich etwas frustriert. Ich sehe das Problem darin, dass die Wut im Spiel eigentlich eine ganz natürliche Reaktion ist. Man steht unter Druck, will gewinnen und wenn es nicht so läuft wie man sich das vorstellt wird man wütend. Nur leider kann man die Situation nicht dadurch lösen, dass man über den Tisch springt und seinem Gegner mit dem Schläger ordentlich eins überzieht. Ich habe früher auch Fußball gespielt. Da fand ich es viel leichter meine Wut wieder loszuwerden. Man ist einfach über den halben Platz gespurtet und hat alles gegeben, um noch an den Ball zu kommen oder ist einfach mal etwas massiver in einen Zweikampf gegangen und der Frust über den Patzer, der einem vorher unterlaufen war, war sofort weg. Im Tischtennis ist das nicht möglich. Man braucht immer ein großes Maß an Kontrolle. Deshalb fand ich den Tip am besten, kurz mal den Frust rauszulassen (man muss ja nicht gleich eine Bande umtreten) und dann vor dem nächsten Ballwechsel zu versuchen sich wieder zu fokusieren.
Was mir bei vielen Spielern auffällt ist, wie negativ sie mit sich selbst während des Spiels umgehen. Für jeden Fehler beschimpfen sie sich als Trottel oder Idiot. Es gibt viel weniger Spieler, die sich auch für gute Situationen selbst loben oder sich anfeuern und Mut machen, wenn es nicht so läuft. Wenn ein Trainer so mit ihnen umgehen würde, ich glaube das würden die meisten nicht lange akzeptieren. Das nimmt oft eine Form von Selbstbestrafung an. So in der Art: seht her ich spiele zwar nicht gut, aber ich mach mich wenigstens als erster fertig dafür. Das geht ja (wie hier auch schon jemand gesagt hat) teilweise bis zur totalen Lächerlichkeit. Es ist nicht schön erwachsene Menschen zu sehen, die sich wie ein sechsjahriger benehmen, der gerade das Menschärgeredichnicht-Spiel durch die Gegend wirft, weil er verloren hat. Da ist eine Videoaufnahme bestimmt hilfreich.
Da sollten einige Spieler mal mehr in sich gehen und sich anschauen, warum sie so hart mit sich selbst sein müssen.
Denn letztendlich sind wir abgesehen von ein paar großen Genies in unserem Sport alle Verlierer. Die Frage ist nur auf welchem Niveau man das ist. Und ich bin davon überzeugt, dass gerade für jüngerer Spieler das Verlieren mit das Wichtigste ist, was sie im Sport lernen können.
Grüße
Schöner Beitrag!

Zudem sich selbst anfeuern, da gibt es auch Kandidaten, die bei jedem Punkt für sich, egal ob ein Fehler des Gegners oder ob sie selbst einen schönen Ball gespielt haben, sich anfeuern! Wobei hierbei nicht die Freude über einen selbst gespielten Ball gemeint ist, sondern sie übertreiben es dahingehend, dass selbst bei einem einfachen Fehler des Gegners, z.B. einen hohen sicheren Schmetterball verschlagen, mit einem lauten Tschaka oder Super durch die Halle "turnen"!
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