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Timo Boll ergeht es ähnlich wie Boris Becker in seinen jungen Jahren. Da stürzen plötzlich Sachen auf dich ein, die du nicht kennst und die du nicht mal "trainieren" kannst.
Timo wird von der Medien- und Sponsorenwelt vereinnahmt. Damit als junger, fröhlicher und relativ unbedarfter Mensch umzugehen, ist furchtbar schwer und führt zwangsläufig zu Veränderungen der Persönlichkeit. Hinzu kommen die Verantwortung und das "Wissen", dass es ganz entscheidend an dir hängt, ob sich Tischtennis im weltweiten Gerangel um die Medienbeachtung unseres Sports durchsetzt. Denn seien wir mal realistisch: Ohne Timo würde Tischtennis in den Medien ein ziemlich großes Schattendasein führen.
Um all diese Belastungen auf sich zu nehmen, braucht man Zeit und - Geduld. Ich halte deshalb die indirekten (und etwas fadenscheinigen) "Schuldzuweisungen" einiger Verantwortlicher an Timo für psychologisch völlig falsch. So demotiviert und demontiert man seinen einzigen Spieler in der absoluten Weltspitze und sein großes Aushängeschild. Und das ist viel schlimmer und weitreichender als ein verlorenes Spiel oder gar eine zu spät genommene Auszeit.
Fazit: Setzt Euch schleunigst zusammen und redet m i t e i n a n d e r und nicht per "Presseerklärungen" ü b e r e i n a n d e r.
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