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Alt 09.02.2010, 10:01
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klugscheisser klugscheisser ist offline
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Diskussion über Diskussionen

Zitate Wikipedia:

"Eine Diskussion (Erörterung, Zwiegespräch, von lat. discutio, -cussi (quatio) = 1. zerschlagen, zertrümmern, 2. abschütteln, 3. (gerichtlich) prüfen, untersuchen, verhören) ist ein Gespräch zwischen zwei oder mehreren Diskutanten, in dem meist über ein oder mehrere bestimmte Themen gesprochen (diskutiert) wird, wobei jede Seite ihre Argumente vorträgt. Als solche ist sie Teil zwischenmenschlicher Kommunikation."

"Zu einem guten Diskussionsstil (siehe auch Streitkultur) gehört neben wechselseitigem Respekt unter anderem, gegenteilige Argumente und Meinungen zuzulassen und genau zu prüfen, anstatt diese vorschnell zu verwerfen. Ein guter Diskutant hört zu, lässt ausreden und ist konzentriert genug, um auf das vom Gegenüber Gesagte einzugehen und seine eigenen Argumente sachlich darzustellen. Im Idealfall ist er gelassen und höflich. Oftmals ist aber Gegenteiliges zu beobachten, zum Beispiel in der Politik (siehe auch Debatte)."

"Am Ende einer Diskussion steht entweder die Lösung eines Problems, ein für alle Beteiligten annehmbarer Kompromiss oder die beidseitige Erkenntnis, dass verschiedene Meinungen herrschen (Dissens). Auch im letzteren Fall ist die Diskussion eine wichtige Möglichkeit, den Standpunkt anderer kennenzulernen und Dinge aus bisher unbekannter Perspektive zu erblicken."

Was aber geschieht hier bei uns?


Am Stammtisch tummeln sich viele kluge Köpfe; jeder davon ist von seiner Meinung überzeugt. Klar, wer andere überzeugen will, muss zunächst von sich selbst überzeugt sein. Gut Reden (Schreiben) können alle, aber wie sieht es mit dem Zuhören (Lesen) aus?

Ist überhaupt jemand bereit, seine eigene Meinung zu einem Thema zwar im Forum einzubringen, aber auch zuzulassen, dass sie sich während der Diskussion ändert oder wenigtsens variiert?

Ich glaube schon, aber was uns an einer fruchtbaren Diskussion hindert, ist der (überwiegend männliche) Drang, zu "Siegen"

Oft gilt jemand, der seine Meinung ändert, als "Verlierer", obohl er unter Umständen der wahre "Sieger" ist.

Manch einer, auch ich selbst, lässt sich schon beeinflussen, denkt über die vorgebrachten Argumente nach und bewertet seinen Standpunkt neu. Wer aber ist bereit, dies öffentlich zuzugeben und zu verkünden: "Du hast mich überzeugt!".

Kaum einer. Lieber wird nach neuen, manchmal abstrusen Argumenten gesucht, die die eigene, alte Meinung untermauern sollen. Damit ist der Weg zur besseren Erkenntnis eigentlich versperrt.

Schade drum, denn statt Synergie zum gegenseitigen Nutzen, treibt der Antogonismus uns mehr und mehr ins geistige Chaos (angeblich der einzig natürliche Zustand).

Warum ist das bei uns so, vielleicht stärker ausgeprägt als in anderen Foren?

Ich glaube, der "gemeinsame Nenner" ist, da auf Tischtennis fokussiert, zu klein. In den Bereichen Politik, Religion, Moral, Kultur usw. prallen oftmals (immer?) verschiedene Welten aufeinander.

Was also tun? Einen "Moderator" einsetzen, der die Diskussion steuert? Den würde niemand hier akzeptieren.

Tischtennis-unspezifische Diskussionen unterbinden? Wäre schade drum.

Ich weiß, dass sich hier viele gebildete und hoch anständige User tummeln, auch wenn sie meist im Stammtisch nicht schreiben. Wohl aus guten Gründen.

Vielleicht lassen sie sich aber durch diesen Beitrag aus der Reserve locken und helfen mir (uns?) auf die Sprünge.

Deshalb meine Frage: welche Möglichleiten gibt es, konträre Beiträge so zu strukturien oder zu lenken, dass dadurch ein Gewinn für alle möglich ist? Dass niemand als Verlierer den Platz verlässt? Geht das unter erwachsenen Menschen ohne "Fremdlenkung"?


PS: sorry für den überlangen Beitrag, aber Kürzen war nicht drin
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Große Leuchten (Sonnen) brennen schnell und sehr hell, aber meist nicht sehr lange (ein paar mio Jahre). Zum Glück bin ich nur ein kleines Licht
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