Stell' Dir vor, Du bist kurz davor, Dich auf die Schüssel zu setzen...

Jetzt verlegst Du das Gewicht (als Rechtshänder) auf das li. Bein und beugst Dich ein wenig (nicht zu wenig) vor (wichtig, damit Du Platz für die Bewegung des Armes schaffst). Nun legst Du den Ball in die li. Hand und führst den li. Arm gebeugt nach vorn. So ca. in Brusthöhe (knapp darunter), so dass die Hand incl. Ball körpermittig platziert werden.
Den Schläger umgreifst Du nun so, wie man inzwischen landläufig bei Aufschlägen den Schläger hält. Den re. Arm hältst Du nun ebenfalls gebeugt vor Deinen Körper, so dass die Hand incl. Schläger ebenfalls körpermittig, allerdings in Höhe des Bauchnabels platziert ist. Du berührst den Bauchnabel mit dem Schläger geradezu. Die Hände befinden sich also auf einer Linie, aber die li. Hand liegt höher als die re. und die Hände sind ca. zwei Handbreiten voneinander entfernt. Sowohl in der Höhe als auch in der Distanz. Aber doch auf einer Linie, eben mittig des Körpers.
Nun Ball hochwerfen, li. Hand nach unten nehmen (die stört sonst beim weiteren Ablauf...

) und den Ball in der absteigenden Phase mit dem VORHANDBELAG treffen, in dem Du NUR den Unterarm incl. ggf. Handgelenks-Einsatzes nach vorn' führst. Weiter nach hinten geht auch kaum, da Du den Bauchnabel ja fast berührst. Deshalb die beiden Handbreiten Distanz. Denn ansonsten würde das für Ungenauigkeiten sorgen und nur so sind wenig Muskeln beteiligt. Der Rest des Körpers darf sich nicht bewegen, denn so entstehen Abweichungen, die Euch das Ergebnis versauen. Den Unterarm NICHT NUR von hinten nach vorn, vielmehr auch von unten nach oben. Du triffst den Ball sozusagen dort, wo seine Rundung Richtung Tisch zeigt. Nicht dort, wo sie Richtung Deines Körpers zeigt. Denn dann würdest Du mit der RÜCKHANDSEITE den Ball treffen und es würde Überschnitt entstehen. Achte darauf (wie bei jedem kurzen Aufschlag), dass der Ball auf Deiner Tischseite nahe des Netzes aufkommt, damit er sich gerade noch so rüberlümmelt und überhaupt nicht zu lang werden kann. Hier geht es also NULL um Tempo, vielmehr um Gefühl. Führst Du den Schläger NUR von hinten nach vorn', wird der Aufschlag Dir häufig zu lang' geraten. Dadurch, dass Du AUCH von unten nach oben den Schläger führst, erreichst Du automatisch Unterschnitt und verhalteneres Tempo. Und das ist, gerade auch im Doppel, Gold wert.
Sieht echt beschissen aus und ich kenne auch keinen Anderen, der diesen Aufschlag macht, aber man bekommt den Aufschlag nahezu immer kurz UND mit US hin. Und in höheren Ligen ist das nicht so unwichtig. Was will man also mehr...
Aus dieser Bewegung heraus gibt es auch noch viele Variatonsmöglichkeiten, die gerade für's Einzel wichtig sein können. Durch starken und schnellen Handgelenkseinsatz in Verbindung mit späterem Balltreffpunkt (allerdings absolut 'ne Frage der Übung) kann man auch einen schnellen und langen US-Schnitt hinbekommen. Dann muss man den Arm allerdings doch nur von hinten nach vorn' führen, fast sogar ein wenig von oben nach unten und ihn nahe der eigenen weißen Grundlinie geradezu auf den Tisch schleudern, damit er beim Gegner in der Nähe seiner Grundlinie aufkommt. Das Ergebnis ist eben ein schneller und langer US-Aufschlag. Nur wirklich gute TopSpin-Leute ziehen den sicher rauf. Meist aber geht deren 1. Versuch ins Netz. Spielt man den in die Rückhand, kommt zu 95% ein unsicherer Schupfball zurück. Wenn er nicht sogar direkt ins Netz geht. Ist tatsächlich so. Der sollte dann verwertet werden.
Klingt echt alles bestimmt 'n büschen komisch, ist aber so. Vielleicht ist es Euch ja einen Versuch wert. Gerade auch dann, wenn ihr im Doppel unbedingt kurz aufschlagen wollt bzw. solltet. Euer Doppel-Partner wird es Euch danken...
Ist echt 'ne komische Beschreibung geworden. Aber genau so spielt sich das eben ab. Ist wohl wie beim Kochen. Da klingt das auch immer total kompliziert und doch ist das Ergebnis klasse....
