Aus meiner über dreißigjährigen Spielpraxis in unteren Ligen (stets ohne OSR): Wenn sich ein Spieler permanent daneben benimmt, dann spricht sich das bei allen beteiligten Vereinen herum und irgendwann wird es auch für den Verein bzw. die Mannschaft des Spielers peinlich (Stichwort: fremdschämen). Die Kameraden bremsen den Guten dann schon ein, und wenn es ihnen nicht gelingt, haben sie meist auch keine Hemmungen, in irgendwelchen Verfahren die Wahrheit zu sagen. Die Bereitschaft, zugunsten eines Mannschaftskameraden, der sich daneben benommen hat, zu lügen, ist m.E. eher gering ausgeprägt. Und warum sollte ein Sportgericht nicht bei übereinstimmenden Aussagen beider Vereine eine Bestrafung vornehmen, auch wenn kein neutraler OSR zugange war?
Aber zurück zum Start-Beitrag: Bei einer Erst-Verfehlung seitens des Gegners hat man, wenn kein OSR anwesend ist, tatsächlich schlechte Karten. Aber ich meine, es ist besser, diese Verfehlung auch durch einen Protest anzuzeigen (völlig unabhängig davon, ob damit irgendwas erreicht wird), als stillschweigend den Ärger runterzuschlucken; und seis nur, weil man sich dann besser fühlt

. Da muss aber jeder für sich selbst den richtigen Weg finden, die Toleranzschwelle ist da einfach viel zu unterschiedlich ausgeprägt.