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AW: Retinitis Pigmentosa / Einschränkungen im TT
Ich finde es ja okay, wenn man relativ schnell bei bestimmten Themen seine Hilfe anbietet und dem Fragesteller so weiterhelfen kann; schließlich wollen wir ja alle beispielsweise keine 90€ für 2 Beläge ausgeben, die nicht zu uns passen.
Aber wir sprechen hier über das Schicksal eines jungen Menschen, der an einer Krankheit leidet für die es derzeit keine Therapie gibt, die den Verlauf maßgeblich verändern geschweige denn eine Heilung herbeiführen kann. Und dann finde ich es schon etwas anmaßend mit Halbwahrheiten um sich zu werfen bzw. einen Ausblick auf Heilung zu geben bei einem Thema, das derzeit Gegenstand hochwissenschaftlicher Forschung ist. Denn durch eine "simple" Katarakt-OP (zur Erinnerung: es handelt sich um eine Trübung der Linse; RP ist eine Erkrankung der Netzhaut mit irreversiblen Schädigungen der Lichtsinneszellen) wird nicht das Grundproblem behoben sondern nur symptomorientiert behandelt, wenn man überhaupt davon sprechen kann.
Des weiteren möchte ich nicht über die Vielschichtigkeit des Berufsbildes "Ergotherapeut" sprechen, denn die ist meiner Meinung nach gegeben. Und dass dieser Berufszweig eine entscheidende Rolle in unserem Gesundheitssystem einnimmt und diese in Zukunft immer entscheidender werden wird, steht wohl ebenso fest.
Allerdings ist die RP eine sehr komplexe Erkrankung, die man nicht eben so mal bekommt, sondern für die viele verschiedene Faktoren verantwortlich sein können, wie auch z.B. genetische Anlagen. Eben diese Komplexität bzw. die derzeitige Unklarheit über die Entstehung etc. bedingt, dass jemand wie ein Ergotherapeut oder ein Arzt, der nichts mit der Augenheilkunde direkt zu tun hat, nicht das nötige tiefgehende Verständnis haben kann, um Wege der Therapie o.ä. aufzeigen zu können.
Fest steht jedoch, dass du (Chris) noch einige Jahre unseren geliebten Sport betreiben kannst und das auch auf dem derzeitigen Niveau. Mit der Zeit wirst du merken, dass Bälle die aus bestimmten Richtungen kommen sich deiner Wahrnehmung entziehen bzw. man nur noch die Platte richtig gut sieht, der Gegner aber nicht mehr gleichzeitig erkannt werden kann. Das führt dann irgendwann unausweichlich zum Verlust der Spielstärke. Aber ich denke, dass das nicht unbedingt entscheidend ist. So lange man das Gefühl hat, dass es noch Spaß macht Tischtennis zu spielen bzw. am Vereinsleben Teil zu nehmen (denn das gehört ja für uns unterklassige Spieler zweifelsohne genauso dazu) sollte man auch seinem Hobby nachgehen...unabhängig von einer Erkrankung. Und deshalb wünsche ich dir, dass du noch lange die Möglichkeit hast dem so nachzugehen wie du es dir vorstellst.
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Leistung, Initiative, Verantwortung.
Geändert von chromsen (02.03.2010 um 09:36 Uhr)
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