|
Leistungszentrum Nord des Olympiastützpunktes Bayern betreut auch TT-Kaderathleten
Hierüber informieren heute die Fürther Nachrichten:
Staatssekretär Karl Freller zu Gast im Leistungszentrum Nord
Erwartungen übertroffen
Die Bilanz nach fünf Monaten: Der Aufwand hat sich gelohnt
FÜRTH – Da saßen sie und freuten sich diebisch. Was waren sie belächelt worden, was hatten sie trotz Widerstands die Werbetrommel gerührt, was mussten sie sich nicht alles anhören. „Das lohnt sich nicht, das ist zu viel Aufwand, das braucht man nicht.“ Von wegen.
Nach nur fünf Monaten zieht Claus Eidam, der rührige Koordinator des Leistungszentrums Nord des Olympiastützpunktes Bayern, eine eindrucksvolle Bilanz: Über 80 Kaderathleten nehmen die Angebote seiner Außenstelle in Anspruch, zwölf verschiedene Sportverbände, zum Beispiel Hockey, Schwimmen und Tischtennis, schicken ihre Athleten zu ihm, drei weitere haben vernehmlich angeklopft.
„Das Leistungszentrum Nord bewährt sich, hat die Erwartungen mehr als erfüllt und die Skeptiker widerlegt“, frohlockt da Staatssekretär Karl Freller, und Thomas Flock, Leiter des Olympiastützpunktes in München, ist überrascht: „Nach einem halben Jahr hätte ich mir das nicht so vorgestellt. Ich bin sehr stolz, dass wir uns gemeinsam gegen die Institutionen durchgesetzt haben.“ Außerdem, fügte er lächelnd hinzu, „hat Claus Eidam offensichtlich seine eigentliche Bestimmung gefunden.“
Bisher mussten die Sportler aus dem nordbayerischen Raum den weiten Weg nach München in Kauf nehmen, um optimal betreut zu werden, nun können sie die medizinischen und physiotherapeutischen Einrichtungen der Fürther EuromedClinic nutzen. Das LAC räumte Eidam in seiner Halle am Finkenschlag ein Büro frei, wo sich die jungen Sportler neueste Tipps der Ernährungsberatung holen oder ihre weitere Laufbahn planen. Und auch die Mini-Dependance in Würzburg wartet bereits mit ersten Erfolgsmeldungen auf.
Herzstück bleibt aber die sporttherapeutische Versorgung, über die sich Freller bei seinem Besuch in der Klinik informierte und gleich aus erster Hand erfuhr, wie sehr die Athleten diesen Service bereits schätzen. „Arzt, Physiotherapie, Apotheke – hier ist alles an einem Ort, das finde ich gut“, meint zum Beispiel LAC-Hochspringerin Melanie Skotnik.
Hochwertige Betreuung
Höchstes Lob zollte auch Jan Veder der Einrichtung und ihrem Koordinator. Der Moderne Fünfkämpfer vom Nürnberger Post-SV hatte sich bereits damit abgefunden, nach seinem Umzug von Berlin nach Erlangen auf optimale Bedingungen für die WM-Vorbereitungen verzichten zu müssen – und war begeistert ob der Angebotspalette. „Kaum ein Unterschied zu Berlin“, sagte Veder, „hier findet pro-aktive und hochwertige Betreuung statt.“ Und auch LAC-Hindernisläufer Christian Knoblich hatte nichts zu meckern, im Gegenteil: „Hier wird man mit offenen Armen empfangen.“
Kein Wunder, dass Bürgermeister Hartmut Träger mit Genugtuung den Ausführungen lauschte, hatte er doch ebenfalls zuvor an die „Hau-Ruck-Aktion“ erinnert, mit der die Stadt Fürth, das LAC Quelle, Freller und Karl Rauh, Präsident des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes, das Projekt im November 2002 in kürzester Zeit aus der Taufe gehoben hatten. Rauh nimmt jetzt aber die Nutznießer in die Pflicht. „Wer gefördert werden möchte, muss sich auch fördern lassen“, warnte er die Kaderathleten, die bisher aus Trägheit den Gang nach Fürth scheuten.
ULRIKE BOLL
|