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Die Lust steigt mit der zunehmenden Qualität der Bälle
Als Trainer im TTVWH, der selber nicht mehr aktiv spielt, habe ich mir das so vorgestellt: ich trainiere meine Mannschaften und Spieler/innen in der Saison 2000/2001 ganz normal und selber spiele ich dann nebenher mit dem 40mm Ball, damit ich bis nach der Saison genau weiß auf was es ankommt, wo man mehr Wert drauf legen muß, wo man umstellen muß u.s.w. um dann nach Saisonende den 40mm Ball in meinen Trainingsgruppen einzuführen.
Dann der Schock wenige Tage vor den Sommerferien: der 40mm-Ball kommt in allen TTVWH-Spielklassen!!
Keine Vorbereitungsphase, keine Umstellungszeit, einfach so von jetzt auf nachher. Gut, nicht nur wir wurden ins kalte Wasser geworfen, allen anderen Vereinen im TTVWH ging es ja auch nicht anders.
In der Kürze bekamen wir nur irgendwelche 40mm-Trainingsbälle her, die aber dermaßen katastrophal weich und unrund waren, daß das ganze Spiel einem einzigen Flugeier-Fangen glich. Der Schläger-Ballkontakt passte nicht mehr, die Bälle fielen viel früher runter, der Topspin war eine Lachnummer, nicht mal richtig schießen konnte man weil die Bälle so weich waren, es war in jeder Hinsicht ein Alptraum und es machte keinen Spaß mehr.
Ich war fest entschlossen mit Tischtennis ganz aufzuhören, auch als Trainer, ich hatte die Schnauze voll, eine Chance gab ich noch: ich wollte über die Sommerferien nochmal ausgiebig testen und wenn es mir bis nach den Ferien immer noch keine Spaß gemacht hätte, dann hätte ich TT-mäßig einen Schlußstrich gezogen. Die Rettung kam durch Stiga und Tibhar, die sehr frühzeitig relativ gute Bälle liefern konnte und nachdem ich dann in den Sommerferien nicht mehr mit Trainingsbällen gespielt habe sondern mit ***-Bällen, da sah die Welt schon wieder anders aus.
Man mußte sich zwar schon etwas umstellen, z.B. sollte der Topspin viel mehr nach vorne gezogen werden und der Ball früher genommen werden und nicht mehr so sehr tief-hoch, aber im Großen und Ganzen war es nicht die riesen Umstellung wie vor den Ferien befürchtet.
Die Ballwechsel waren in der Anfangsphase keinesfalls länger, was durch die Einführung des 40mm-Balles ja erreicht werden wollte, aber das lag vermutlich daran daß die Fehlerquote aufgrund der Anpassungsschwierigkeiten beim Schläger-Ballkontakt/Treffpunkt noch relativ hoch war, mittlerweile werden die Ballwechsel schon etwas länger weil man einfach nicht mehr so leicht mit dem ersten Ball durchkommt. Nur ist es auch wichtig die Topspins lang auf die Grundlinie zu ziehen, denn zu kurz geradene Topspins können oft problemlos vom Gegner abgeschossen werden.
Auch für Abwehrspieler gab es einiges zu spüren! Diejenigen, die eine sichere Abwehr mit Schnittabwehr und Ballonabwehr spielen, für die mag der 40mm Ball wohl besser sein, aber diejenigen die von extremen Schnittwechseln gelebt haben, die bekamen jetzt arge Schwierigkeiten. Die Langnoppenspieler hatten auch wieder Probleme, denn mit dem 40mm Ball war kaum mehr eine lange Noppe richtig gefährlich! Die Angriffsspieler konnten zu oft auf Abwehrbälle hart angreifen und kamen viel früher zum Schuß, was auf die Noppe für den Abwehrer tödlich ist. Auch die wunderbar angepriesenen speziellen Noppen für den 40mm Ball waren ein "Griff ins Klo", denn die fielen überall (auch bei den Tests in der TT-NEWS-Materialecke) durch. Erst später konnten zwei oder drei Langnoppen ausgemacht werden, mit denen man wieder einigermaßen gefährlich spielen konnte.
Alles in allem denke ich daß in den anderen Verbänden die Umstellung auf den 40mm Ball im neuen Jahr nicht so Probleme bereiten wird wie dieses Jahr im TTVWH, weil einfach die Qualität von den 40mm-Bällen bis dahin ok sein wird. Unser Forumsmitglied Werner Schlager hat eine ähnliche Meinung, er war am Anfang auch ziemlich bestürzt über die "Flugeier", aber so langsam wird es besser.
[Editiert von ml am 22.12.2000 um 04:18]
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