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Ich denke, die Frage ist falsch gestellt. Natürlich war der Sieg „verdient.“ Null Chancen der Färöer stand ein knappes Dutzend Chancen Deutschlands gegenüber.
Eigentlich müsste die Frage lauten: War es ein gutes Spiel? Und das war es nicht. Die Färöer haben – wie immer – am Limit gespielt und waren am Schluss stehend k.o. Die damit einher gehenden Konzentrationsmängel führten schließlich zu den beiden Toren. Zwingend waren diese Torchancen nicht unbedingt.
Aber die Leistung der deutschen Mannschaft war eine Katastrophe. Man muss sich das mal reintun: Auf den Färöern wohnen etwa 50.000 Menschen, wovon vielleicht 2.000 Fußball spielen. International sind sie bestenfalls drittklassig. Ein Großteil der Spieler geht einem normalen Beruf nach. Als Vizeweltmeister und mit dem Anspruch – immer noch – zu den Fußballgroßmächten zu gehören, muss ich so ein Team spielerisch zerlegen. Das muss nicht in einem Kantersieg enden. Aber spielerisch muss doch was rüber kommen. Gesehen habe ich nur Mängel in der Ballbehandlung, im Spielverständnis und im Abschluss sowieso. Dafür von Anbeginn an die deutschen Tugenden Kampf und läuferischer Einsatz. Also wenn wir gegen die Färöer schon nur mit der Brechstange gewinnen, dann sollten wir bei der EM vielleicht freiwillig zu Hause bleiben.
Und komm’ mir jetzt niemand mit den Standardausreden wie “Es gibt keine schwachen Gegner mehr.“ oder „Manchmal hat man solche Tage, wo nichts läuft.“
Wenn ich dann noch im Kommentar von Rudi Völler lese “Die Jungs haben es halt ein bisschen spannend gemacht“, dann bin ich restlos bedient.
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