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Alt 11.04.2010, 09:33
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AW: Spiegel Online Artikel über Rosskopfs Rückzug aus dem aktiven Sport

Tischtennis hat kein Imageproblem. Tischtennis ist eine Sportart, für die man sich interessiert oder vielleicht auch nicht. Beim Tischtennis handelt es sich um eine sehr komplizierte Mischung aus Feinmotorik, Schnellkraft, Athletik, Konzentration und Nervenstärke. Diese Mixtur ist sehr anspruchsvoll und garantiert nicht massenkompatibel – jedenfalls nicht außerhalb des fernöstlichen Kulturkreises – und wird es auch niemals sein. Aber warum sollte das ein Problem sein?

Von sog. Imageproblemen betroffen – egal in welchem Bereich – sind nur Wichtigtuer und Selbstdarsteller. Die spielen im Tischtennis durchaus eine Rolle. Ob ihre Zahl im Vergleich mit anderen Sportarten über- oder unterproportional ist, kann ich mangels Insiderwissens hinsichtlich der übrigen Sportwelt nicht beurteilen. Aber diese Frage interessiert mich eigentlich auch nicht. Ich bin von Tischtennis begeistert, bin selbst aktiv und unterstütze den Verband ehrenamtlich im Rahmen meiner privaten Möglichkeiten. Warum sollte ich Minderwertigkeitskomplexe haben, wenn Tischtennis für mich wichtig ist, für die meisten Mitmenschen aber eher nur das Nebensächlichste der Welt? Jeder soll doch nach seiner Fasson selig werden.

Probleme habe ich eigentlich nur mit Leuten, die die Bedeutung von Tischtennis überwiegend aus dessen Medienpräsenz ableiten und dieses zum Maß aller Dinge machen. Ich sehe durchaus die Gefahr, dass die daraus resultierenden Verschlimmbesserungen der letzten Jahre – als wichtigste seien die Vergrößerung des Balles und die Verkürzung des Satzes genannt – sowie die ständigen Veränderungen bei den Ligen- und Mannschafts-Strukturen sich langfristig negativ auswirken.

Andererseits bin ich überzeugt davon, dass Tischtennis niemals untergehen wird. Dazu ist diese Sportart einfach zu faszinierend. Und ein mehr oder weniger sachkundiger Artikel in Spiegel-online wird daran gewiss nichts ändern.
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