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Alt 20.04.2010, 00:13
Dragonspin Dragonspin ist offline
Wall'er Bub
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AW: Flip mit Spin und ohne

@Max:

Man kann sicher viele Dinge von den Chinesen übernehmen und es macht auch immer wieder Sinn sich Gedanken darüber zu machen, was man übernehmen kann und natürlich auch, was man übernehmen will.

Die Chinesen/Asiaten spielen tatsächlich ein athletischeres Tischtennis, allerdings stimmt es nicht, wenn behauptet wird dies rühre daher, dass sie viel abseits der Tische trainieren. Tatsächlich tun sie genau das nicht.
Habe kürzlich von einem aktuellen Bundesligaspieler erzählt bekommen, dass er mit mit einem Koreaner Fußball gespielt hat. Nach 5 Minuten dachte er der gute Mann fällt gleich tot um. Danach haben sie Falkenberg gespielt und der Koreaner hat ohne Probleme 15 Minuten brutalste Beinarbeit abgeliefert. Worauf ich hinaus will: So wie sie ihre tt-spezifische Ausdauer ausbilden, bilden sie auch ihre Athletik aus.
Im Spitzenbereich kommt natürlich Athletiktraining dazu. Aber das machen die Europäer auch. Hier haben wir sicherlich noch Entwicklungspotential in Europa, sind aber auf einen guten Weg. Durch die starke Fokussierung auf die Technik sind unsere Trainer in diesem Bereich sicher noch nicht so gut wie z.b. die Leichtathletik- oder Schwimm-Trainer, bei denen die athletischen Voraussetzungen eine noch größere Rolle spielen.

Von welchen Vereinen prichst du? Basis- oder Spitzenvereinen? In Deutschland ist Tischtennis im leistungssportlichen Bereich vor allem über die Verbände strukturiert. In den größeren (mehr oder weniger) professionell geführten Verbänden gibt es Schnellkraft-, Schnelligkeit-, Ausdauer- und Krafttraining, natürlich noch viel mehr. Die kleineren Verbände würden gerne, es mangelt jedoch häufig an den finanziellen und folglich personellen Möglichkeiten, auch an ausreichenden Trainingszeiten. Und bevor ich eben einen Haufen Leute hab, die zwar Oberschenkel wie Conan, der Bibliothekar haben, bring ich ihnen eben lieber bei den Ball zu treffen, damit ich beim Top48 nicht letzter werde. Außerdem haben die größeren Verbände öfter auch Vereine in denen gut gearbeitet wird und die Spieler von Anfang an quasi in ein System herein kommen. Es ist ja kein Zufall, dass gewisse Vereine und Verbände regelmäßig gute Spieler ausbilden, das liegt eben an den Strukturen.

Wo also ansetzen? Ich denke der erste Ansatzpunkt muss es sein die Strukturen auf den untersten Ebenen zu professionalisieren und zu schaffen. Leider wird auf allen Ebenen, bis hin zur Bundesliga, lieber in Spieler investiert, als in kompetente Trainer. Wenn wir es schaffen würden die gut arbeitenden Vereine zu verdoppeln, auch die kleineren Verbände mit mehr Mitteln zu versorgen, dann würde das Niveau schon erheblich steigen.

Wie niedrig das Niveau ist, sieht man leider auch immer wieder in diesem Forum. Eine intellektuelle Auseinandersetzung über Tischtennis scheint sehr schwer, dies liegt an u. a. mangelnder Terminologie und an mangelndem Wissen von Trainern und Spielern.

Unsere Halbprofis sind übrigens Profis. Glaub mir, die schlagen schon öfter mal den Ball und die trainieren auch professionell. Einige immer mehr als andere, aber da passiert schon was.
Im Spitzenbereich, indem hier jedoch keiner von uns tätig ist, kann man sagen, dass man versuchen muss Qualität und Quanität, also Umfänge, zu steigern. Das ist aber nicht ganz so einfach, wie man sich das vielleicht als Laie vorstellt.
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