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Alt 17.06.2003, 12:41
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aleol aleol ist offline
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aleol ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
Prinzipiell ist einiges in dem Artikel von Herrn Adolphi wahr, nämlich, daß viele Jugendliche wirklich gar nichts mit dem Spiel von "älteren Herren" anfangen können.
Und auch daß viele Spieler in den unteren Klassen weniger Risiko eingehen und lieber auf den Fehler warten ist sicherlich Tatsache.

Aber die Art und Weise, wie hier geschrieben wird, ist schon ein starkes Stück.

"...die meist nur eines im Sinn haben: das Spiel des Gegners zu zerstören, am liebsten mit Unterstützung unterschiedlicher Beläge. Nur ja kein Risiko eingehen. Schupfen, Schneiden und auf Fehler warten. So mancher Oldie in der Kreisklasse bekommt glänzende Augen, wenn er einen Jungspund vorgesetzt bekommt: Da wartet leichte Beute."

Wie gesagt, da ist schon was wahres dran - aber die Formulierungen hier lassen erahnen, daß das keine bloße Feststellung des Autors ist, sondern eine Verurteilung.

"Im Unterbau sind die Probleme jedoch eklatant. Wer den Sprung in Ligen, in denen wirklich Tischtennis gespielt wird, nicht schafft, steht häufig kurz vor dem Absprung. ..."

Und dieser Satz ist in dem Zusammenhang dann wirklich eine Frechheit.
Tischtennis ist natürlich ein Spiel, in dem man darauf abzielen muß, "das Spiel des Gegners zu zerstören". Denn ansonsten würde der ja alle Punkte machen.
Ob ich das nun verhindere, indem ich selber den Punkt so schnell abschließe, daß der Gegner keine Chance hat, sein Spiel zu machen, oder indem ich ihn mit Geduld zu Fehlern zwinge - das muß ja wohl jeder selbst entscheiden.
Aber beides ist wirklich Tischtennis !!!


Klar ist es für Jugendliche im ersten Herrenjahr schwer - aber wer sich da nicht durchkämpft, sollte sich mal überlegen, warum er Sport treibt - nur um zu gewinnen ?

Und es liegt ja an einem selber und an den Trainern bzw. erwachsenen Spielern des Vereins, sich bzw. den Jugendlichen auf das "andere" Spiel bei den Senioren einzustellen. Nur wenn ich sehe, daß manche Jugendspieler beim Training lieber auf der Bank sitzen bleiben als gegen einen Materialspieler zu trainieren - meist aus Angst dabei schlecht auszusehen - dannn kann ich nur sagen: selber Schuld !

Und daßdas Spiel gegen Material an sich keinen Spaß machen würde, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen - vielmehr habe ich den Verdacht, daß es nur vielen keinen Spaß macht, Fehler auf Material zu machen - aber dafür kann ja der Materialspieler nichts, vor allem der bereits angesprochene, der nur den Schläger hinhält und gar nicht damit umgehen kann...


Mich würde ja brennend interessieren, was für einen TT-Hintergrund denn ein Herr Adolphi hat. Spielt er schon wirkliches Tischtennis ?
Ob er wohl den einen oder anderen "gemeinen" Aufschlag oder auch mal einen spieltaktischen Zug drauf hat, den die meisten Jugendlichen nicht kennen, und der ihm gegem jüngere Spieöler einen Vorteil verschafft ? Wenn ja - pfui schämen Sie sich Herr Adolphi, so vertreibt man die Jugendlichen.

Ich habe gerade mit Schrecken gesehen, daß einer der Beisitzer des DTTB-Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit den gleichen Namen trägt (wenn auch auf der DTTB-Seite Gert geschrieben). Ich hoffe nur, daß es sich dabei nicht um die gleiche Person handelt - denn wenn in den offiziellen Gremien des DTTB tatsächlich eine solche Einstellung gegenüber der Mehrheit seiner Mitglieder herrscht - dann muß ich mir wohl mal Gedanken über meine Einstellung zum DTTB machen.


Also Fazit: einiges an dem Artikel stimmt druchaus - allerdings lassen die Forumlierungen eine ziemliche Arroganz gegenüber den älteren und unterklassigen (wo hört das eigetnlich auf und fängt das "wirkliche Tischtennis" an ?) Spielern erkennen.
Mit diesem Artikel hat der DTS sich keinen Gefallen getan...
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