Einzelnen Beitrag anzeigen
  #23  
Alt 17.06.2003, 13:33
Flachschupfer Flachschupfer ist offline
Chancenvernichter
Foren-Stammgast 1000
 
Registriert seit: 31.05.2001
Beiträge: 1.661
Flachschupfer befindet sich auf einem aufstrebenden Ast (Renommeepunkte mindestens +40)
Vorweg will ich schicken, dass der eine oder andere Satz im Artikel nicht wirklich glücklich zu sein scheint.

Zitat:
[B]Zitat aus dts 6/03, S. 39 rechte Spalte (Autor: Gerd Adolphi):

...Und auch das schreckt junge Menschen ab. Bei den Schülern und in der Jugend haben diese Spieler den Topspin gelernt. Angriff, Konter, offenes Spiel waren Trumpf. Schafft es ein Jugendlicher nicht, mit dem Eintritt in den Spielbetrieb der Damen beziehungsweise Herren höherklassig zu starten, wird er auf Kreisebene mit alten Hasen konfrontiert, die meist nur eines im Sinn haben: das Spiel des Gegners zu zerstören, am liebsten mit Unterstützung unterschiedlicher Beläge. Nur ja kein Risiko eingehen. Schupfen, Schneiden und auf Fehler warten. So mancher Oldie in der Kreisklasse bekommt glänzende Augen, wenn er einen Jungspund vorgesetzt bekommt: Da wartet leichte Beute. Der Jugendliche verliert aber schnell die Lust. Das ist nicht mehr das Spiel, das er gelernt hat und das ihm Spaß gemacht hat. "Ich möchte gewinnen, aber nicht auf die Art, wie Du spielst", muss sich dann ein älterer Spieler von seinem jungen Mannschaftskollegen sagen lassen. "Lieber verliere ich". Und wenn er häufig genug verloren hat, verliert er auch die Lust und hört mit Tischtennis auf.

...

Im Unterbau sind die Probleme jedoch eklatant. Wer den Sprung in Ligen, in denen wirklich Tischtennis gespielt wird, nicht schafft, steht häufig kurz vor dem Absprung. ...
Zitat:
Original geschrieben von Volkmar
@ WildWilbur

Bevor Du antwortest, versuchs mal mit lesen. Die Aussage des Artikels ist eindeutig: Wer nicht mit 2 NI-Belägen Aufschlag, Return und Bumm spielt, spielt kein Tischtennis.
Tischtennis ist aber die Summe aller möglichen und nach den Regeln zulässigen Spielsysteme. Die werden nicht von Dir, nicht von mir und auch nicht von der dts definiert, sondern jeder Spieler erfindet sein Spiel in dem Moment jedes Mal von neuem, in dem er an den Tisch geht.
Deine Aussage gilt aber auch für Dich: Wo ist denn im Artikel - jedenfalls im zitierten Teil - das "Aufschlag- Bumm" die Aussage ? "... Topspin gelernt. Angriff, Konter, offenes Spiel waren Trumpf ... " ist kein Hurra auf das Spiel eines Erik Lindhs.
Ich gehe noch einen Schritt weiter, der Autor hat sogar den alten "Opi" mit der "Hinhalte"-Taktik genannt: "Nur ja kein Risiko eingehen. Schupfen, Schneiden und auf Fehler warten." - der Vergleich dieser Herrschaften mit Persönlichkeiten wie Geliang, Neubauer, Joo, Schöler und ähnlichem Kaliber verbietet sich ja fast schon "de jure" . Die angesprochenen Spielertypen haben eine "Fehlervermeidungstrategie", während "anständiges" Abwehr-/Materialspiel aktiv die Fehler beim Gegner erzwingen will, ergo auch mit Risiko behaftet ist.
Das jeder Spieler sein Spiel jedesmal neu erfindet halte ich gelinde gesagt für ziemlichen Quatsch - bereits wenn ich den Schläger angucke, weiss ich ungefähr, was ich zu erwarten habe, mein Gegner ebenso, und das gilt noch viel mehr, wenn man sich kennt.

Richtig ist sicher, das der entsprechende Biss beim Jugendlichen vorhaden sein muss; vielleicht muss dieser aber auch erst mal geweckt werden oder es fehlen die geeigneten Möglichkeiten (Spielbetreuung, etc.). Ich könnte bspw. mit den Spielertypen unseres Vereins nur "gerades" Materialspiel vermitteln.
Und auch die bereits angesprochenen Randprobleme (Vereinswechsel=Bruch, Mobilität, Konkurrenz zu anderen Sportarten, dazu kommen noch nicht genannt die erste Liebe und Schule... ) sind durchaus ernstzunehmende Hindernisse im Leben eines Jugendlichen. Da einfach zu sagen "entwickel gefälligst mehr Interesse" oder "wechsel den Verein, dann klappt's auch gegen Noppe" ist zu kurz gesprungen.

Den letzten Satz von Herrn Adolphi finde ich übrigens unter aller Kanone - "Opis" lassen Jugendliche am langen Arm verhungern und verhindern ihre Weiterentwicklung
Natürlich soll sich jeder seine erfolgversprechende Strategie wählen können/dürfen, wie es ihm passt und auch wie seine Möglichkeiten sind. Vielleicht ist Herrn Adolphi ja auch nur entgangen, dass in höherem Alter die Möglichkeiten des eigenen Körpers nachlassen und u.U. Schupfen letztlich die einzige Teilnahmemöglichkeit am TT darstellt ? Schupfen ist nämlich ein durchaus regelgerechter Schlag im TT

IMO scheinen zwei Dinge wichtig zu sein:
1. Training (und alle seine Randbereiche - Coaching Vorbereitung, gutes Vereinsleben etc....)
2. Sportlicher, die gegnerische Leistung anerkennender Umgang der Generationen miteinander: Die unangenehmen Typen der älteren Generation sind ja schon genannt, und bei denen kommt dann eins zum anderen
Mit Zitat antworten