Einzelnen Beitrag anzeigen
  #30  
Alt 17.06.2003, 14:16
MagicBackhand MagicBackhand ist offline
Herr des ruhenden Balls
Foren-Stammgast 500
 
Registriert seit: 05.02.2003
Ort: Mülheim/Ruhr
Alter: 50
Beiträge: 767
MagicBackhand ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
Also, ich bin aus der Jugend-Kreisliga seinerzeit ( da hatte ich ein ganzes Jahr ungeschlagen gespielt ) in die 2. KK bei den Herren gekommen. Ich hab mich für Groß-Deutschland gehalten und gemeint, daß ich in der 2. KK gar nicht verlieren könnte. Damals empfand ich es schon als Enttäuschung, daß ich "nur" Mitte und nicht oben spielen sollte. Es kam dann, wie es kommen mußte: Erste Bilanz 2. KK Mitte: 6:9 ( weiß ich noch wie gestern.......). Die Enttäuschung war riesengroß, zumal ich allen Gegnern im Topspinspiel weit überlegen war ( wenn ich es damals auch nicht wirklich gut konnte ), aber nie zur Entfaltung kam, weil ich entweder mit dem Material des Gegners ( meistens ein "Opa" ) oder deren zumeist unorthodoxen Techniken nicht zurecht kam. Aber man darf sich nicht entmutigen lassen. In meinem letzten Jahr in diesem Verein habe ich dann schon 1. KK oben hoch postitiv abgeschnitten, bevor ich gewechselt habe. Mittlerweile bin ich auf einem halbwegs vertretbaren Landesliganiveau angekommen. Zwei Sachen haben mir dabei immens geholfen: Natürlich habe ich viel trainiert ( vor allem an meinen Schwächen gearbeitet - früher konnte ich gar keine Rückhand; heute kommt mein Nickname nicht von ungefähr......), vor allem aber habe ich akzeptiert, daß jeder Gegner einen eigenen Spielstil hat. Es spielt im Ergebnis gar keine Rolle, welche Armbewegungen man ausführt und mit welcher Art Belag das ganze passiert, der Erfolg zählt. Wenn ein Gegner mit einer gruseligen Bewegung einen schnellen VH-Schuß hinkriegt, dann ist das so und ich habe mich drauf einzustellen! Und wenn er diesen Ball auch noch häufig trifft und punktet, ist es auch keine Schande, gegen so einen Mann zu verlieren! Dasselbe gilt für krumme Bälle von Noppenbelägen. Wenn der Gegner es schafft, so einen Ball zu spielen, den ich nicht kriegen kann, dann hat er den Punkt verdient. Schluß, aus, Micky Maus!

Ich denke, die gegenseitige Akzeptanz ist das wichtige. Wenn die ganzen Jüngelchen mal akzeptieren würden, daß andere Leute auf eine andere Weise spielen und dies grundsäztlich genausoviel Wert ist wie die "moderne" Spielweise des spinorientierten Angriffs, dann würde es ihnen auch leichter fallen, gegen "krumme" Leute zu spielen. Ist meine Erfahrung. Für mich war das ein schwieriger Lenprozeß, aber es hat geholfen. Im Gegenzug müßten die alten Haudegen dann auch mal lernen, daß die Jugend sehr viel riskanter spielt als die ältere Generation und demzufolge nicht immer über Fehler motzen, sondern die Kids dazu ermutigen, ihr Spiel durchzuziehen.
__________________
Gazelle 2.0
Mit Zitat antworten