Zitat:
Zitat von Georg92
Und er wird das letzte Wort haben  
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Nein. Das letzte Wort - d. h. die offizielle Entscheidungskompetenz - liegt nicht einmal bei der Nationalmannschaft, sondern bei der Nationalen Sportverwaltungsamt (genau gesagt, deren Abteilung fuer Tischtennis und Badminton). Auch in hierzulande wird beispielsweise die Nominierung bei der Olympischen Spielen (wie es bei den WM ist, bin ich mir nicht sicher) nicht vom DTTB, sondern vom DOSB gemacht.
Aber auch de facto hat Liu Guoliang nicht das letzte Wort: Er kann seine Entscheidung unmoeglich gegen die Meinung von Cai Zhenhua durchboxen. Es gibt noch weitere Schwergewichte im chinesischen TT wie Xu Yinsheng, die auch so etwas wie ein Vetorecht haben - wovon sie allerdings nie Gebrauch machen (muessen), weil sie ohnehin vornherein konsultiert werden.
Je enger es wird, desto umfangreicher und intensiver will die Nationalmannschaft von sich aus "externe" Experten in das Entscheidungsprozess miteinbeziehen - um am Ende die moeglichst konsensuelle Wahl zu treffen. Ueberhaupt ist Konsens-Politik ganz gross geschrieben durch die gesamte chinesische Geschichte - auch jetzt, wo das Zentrale Politbuero alle Entscheidungen des Staates trifft, waehrend der Praesident und der Premierminister keinen Alleingang machen kann. Das ist wohl auch ein kultureller Unterschied zum Westen.