Zitat:
Zitat von JanMove
Bzgl. Glauben und Religion halte ich mich an dieses Prinzip, d .h., die Existenz eines Gottes stellt für mich eine unnötige Annahme (Hypothese) dar, die man nicht braucht, um irgendetwas erklären zu können. D. h. nicht, dass es nicht vielleicht doch einen Gott geben könnte. Aber wieso soll man an einen Gott glauben, wenn die Welt ohne Gott vollständig verstanden werden kann, und es auch sonst keine Indizien seiner Existenz gibt?
Für einen Gläubigen stellt nun die Existenz eines Gottes eine Hypothese dar, an die er glaubt. Das Problem ist dabei, dass er aus dieser Hypothese niemals überprüfbare Aussagen ableiten können wird. Aber wahrscheinlich möchte er dies auch gar nicht, und ist auch nicht unglücklich darüber. Somit ist klar, dass Glaube und Naturwissenschaft immer nebeneinander bestehen werden. Die Existenz Gottes wird dabei niemals verifiziert oder falsifiziert werden können, da dieser ausserhalb des naturwissenschaftlichen Zuständigkeitsbereiches liegt.
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Jan, Du hast natürlich recht, aber so sehr ins Detail wie Du wollte ich gerade nicht gehen. Aber auch gut.
In einem Punkt möchte ich Dir dennoch widersprechen. Die Existenz Gottes ist für einen Gläubigen - damit meine ich einen wirklich Gläubigen, nicht einen der Sonntagskirchgänger nach dem Motto: Es kann ja zumindest nicht schaden - keine Hypothese, sondern ein Faktum, das er aus seinem Glauben ab- und herleitet.
Da die Naturwissenschaften weder - völlig richtig von Dir geschrieben - Gott weder beweisen noch benötigen, hat es der Gläubige schwer, weil er von seiten der Naturwissenschaften keine Hilfe erwarten kann. Also zieht er sich auf eine Position zurück, die Du selbst benannt hast: Da Gott außerhalb des naturwissenschaftlichen Bereichs liegt, kann die Naturwissenschaft auch keine Aussagen über ihn treffen. Diese Annahme ist aber falsch. Denn indem die Naturwissenschaften einerseits beweisen, dass Gott in der Naturwissenschaft nicht benötigt wird, sagen Sie über ihn aus: Es gibt ihn nicht, und verweisen seine Existenz - notabene nicht seine Nichtexistenz, denn die muss nicht bewiesen werden bzw. ist durch die naturwissenschaftliche Erkenntnis, dass er nicht erforderlich, hinreichend bewiesen, in den Bereich des Glaubens und der Theologie.
Damit bewegen wir uns im Bereich der des ontologischen Gottesbeweises. Der lautet ungefähr und stark vereinfacht so: Weil wir Menschen uns die Existenz eines vollkommenen Wesens vorstellen udn wir uns auch kein vollkommeneres Wesen vorstellen können, existiert Gott. Damit sind wir wieder bei Herrn Kant, der mit diesem Unsinn radikal aufgeräumt hat. Ist also völlig unwissenschaftlich und sowohl philosophisch als auch theologisch widerlegt. Wer es ausführlicher mag, bei Wikipedia gibt es zum Thema "Gottesbeweis" einen guten Artikel.
Es gibt übrigens ein paar signfikante Verbindungen zwischen Gott, den Gottesbeweisen und der Heisenbergschen Unschärferelation.