Na, da kann man doch mal sehr schön ins Blaue malen:
- Zukünftig gibt es dann zwei deutsche Tischtennis-Dachverbände (z.B. DTTB und DTTV)
- Die beiden Dachverbände unterscheiden sich grundsätzlichen durch unterschiedliche leistungssportliche Ansätze; der DTTB könnte wie bisher auch hochfinanzierten Leistungssport anbieten - der DTTV würde eher den breitensportlichen Ansatz vertreten und somit für Kinder, Senioren und die meisten von uns Interessen vertreten
- Jeder Landesverband ist in genau einem der beiden Verbände Mitglied (mit den ihm angehörenden Vereinen und somit auch mit den Spielern dieser Vereine)
- In beiden Verbänden existieren ausdifferenzierte Ligen- und Staffelsysteme (somit gibt es dann auch zwei deutsche Mannschaftsmeister; vielleicht klingt es dann schöner sich Bundesliga-Meister des DTTV zu nennen, statt Regionalliga-Meister des DTTB)
- Jeder Verband hat seine eigene Wettspielordnung; so könnten "innovative" auf Telegenität ausgelegte Regeländerungen unterschiedlich gehandhabt werden
- Jeder Verband hat seine eigene Gebührenordnung und seinen eigenen Mittelverwendungsplan
- Will ein Spieler unbedingt für die BRD spielen, muß er ggf.zu einem Verein wechseln, der Mitglied in einem LV des DTTB ist
- LVs können ihre Mitgliedschaft zwischen DTTB und DTTV wechseln, wenn eine qualifizierte Mehrheit in ihrem LV dafür ist
- Ein Doppelspielrecht von Spielern oder gar ganzen Vereinen ist ausgeschlossen (um Vereine an "günstigen" LV-Grenzen nicht zu begünstigen)
- etc.pp (... läßt sich sicherlich weiterführen)
Sollte so eine Konkurrenzsituation entstehen, wüßte ich nur wenig Argumente für einen Verbleib im DTTB. Große Präferenzen hätte sicherlich der wesentlich kostengünstigere, schlankere und flexiblere DTTV für die Basis an Tischtennisspielern, auf die im Grunde genommen der DTTB angewiesen wäre.
Eine Vermeidung dieser fiktionalen (oder auch nicht so fiktionalen) Parallelvertretung sehe ich nur in einer vollständigen Ausgliederung der kostenintensiven "Leistungsabteilungen" aus dem DTTB. Die Identifizierung dieser gelingt leicht, wenn man sich den DTTB-Jahresabschluß anschaut. Dieses Vorgehen würde im übrigen auch die Transparenz und die Refinanzierungsmöglichkeiten fördern (Stichwort: kommerzielles fundraising). Und warum sollte es nicht im DTTB auch zwei unterschiedliche Wettspielordnungen geben? Je eine für den Leistungssport und eine für den Breitensport?