Vorab:
Es fällt mir schwer, auf die Fragestellung unabhängig von den handelnden Personen zu antworten.
Der eine Mannschaftsführer von mir persönlich und TT-halber hochgeschätzt, der andere auch völlig ok (mit allerdings ähnlichen Schwächen im TT-Bereich wie ich selbst

) und gleichzeitig Vertreter eines seit langen Jahren konstant gut geführten Vereines mit vielen netten Leuten und konstant guter Jugendarbeit. Insofern gibt es von mir also durchaus Affinitäten in beide Richtungen.
Dennoch ein Versuch einer Wertung:
Ich bin lange Jahre Mannschaftsführer gewesen und kenne insofern den Aufwand einer Spielverlegung ganz gut.
Grundsätzlich habe ich immer versucht, auch sehr kurzfristig Spielverlegungen hinzubekommen - habe dies immer schlichtweg als ein Gebot der Fairness betrachtet, das möglich zu machen. Schließlich will man ja "mit gleichen Waffen" gegeneinander antreten.
Ich kenne jedoch auch den Fall, dass ein gegnerischer Mannschaftsführer kurzfristig hochwichtig um Spielverlegung bittet, man Himmel und Hölle in Bewegung setzt, diese Verlegung möglich macht und sich im Nachhinein herausstellt, dass der angebliche Arbeitstermin ein kurzer Billigtrip in ein Skigebiet war.
Gegen so einen Verein gäbe ich mir zukünftig keine Mühe mehr.
Wichtig finde ich noch, inwieweit es einen unzumutbaren Aufwand für die eigene Mannschaft darstellt zu verlegen: Spielplangemäße Absage von Alternativterminen, Arbeitszeiten so gelegt, dass zu den geplanten Terminen gespielt werden kann, langfristige Urlaubsplanungen.
Im vorliegenden Fall muß man dazu wissen, dass einer der Jeveraner zu den Punktspielen jeweils aus Düseldorf angereist ist (schätze 400Km einfach) sowie 2 weitere Spieler einfach jeweils ca. 170KM Wegstrecke zu bewältigen hatten.
Inwieweit da also andere (mit den Fahrten in Zusammenhang geplante Termine - Familienfeiern o.ä.) einer Verlegung im Weg gestanden haben mögen, weiß ich nicht.
Das Argument mit Werbung und Zuschauern lasse ich jedoch hier nicht gelten, ging es doch nicht etwa um ein Spitzenspiel oder Abstiegsduell sondern vielmehr um ein fröhliches Mittelfeldgeplänkel.
Also hätte man wohl in der Halle in erster Linie die üblichen Verdächtigen begrüßen können, von denen die Mehrzahl wohl Vereinsmitglieder gewesen wären, die man kurzfristig hätte informieren können. Zusätzlich eine kurze Notiz in der Tagespresse sowie ein Hinweis auf der Homepage; das hätte m.E. klappen können.
Wichtiger ist mir hier der Aufwand der einzelnen Spielr wie oben beschrieben.
Nochmal zusammengefasst:
Bei vertretbarem Aufwand sollte man m.E. versuchen, Spielverlegungen auch sehr kurzfristig möglich zu machen unabhängig von der Spielklasse und abhängig vom Verlegungsgrund.
Im konkreten Fall ist eine Einschätzung von außen schwierig.
Der Verlegungsgrund des kurzfristig anberaumten Arbeitstermines wäre für mich ausreichend.
Ob es aus mannschaftsinternen Gründen für Jever schwierig gewesen wäre zu verlegen, vermag letztlich nur Thorsten selbst zu beurteilen.
Gruß Tom