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Alt 27.06.2003, 15:49
Petar Petar ist offline
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Zitat:
Original geschrieben von MagicBackhand
@ Dragonspin

ja, genau das soll der letzte Satz sagen. Ich dachte da vor allem an Ding Song, der ja auch mit seiner Rückhand sehr aktiv spielen kann. Aber auch Spielsysteme mit kurzen Noppen am Tisch sind noch ausbaufähig. Daß die Chinesen einen Verteidiger mit langen Noppen in ihre Trainingsgruppe einbauen wollen, zeigt m. E. nur, daß sie ihre Spieler auch auf internationelem Level im Spiel gegen LN schulen wollen. Der LAngnoppenspieler wäre aber sicherlich kein Kandidat, auf den Cai Zenhua hinsichtlich eines Titelgewinns bauen würde. Klar kann man mit LN den meisten Unterschnitt erzeugen, aber daß allein macht den Abwehrer ja nicht so gefährlich. Der Koreaner hat - wie ich gelesen habe - einen der stärksten Unterschnittabwehrbälle der Welt drauf. Trotzdem hat Werner Schlager nur sehr wenige Spins ins Netz gezogen. Daran zeigt sich, daß Weltklasseangreifer wie Schlager jeden Unterschnitt mit Topspin beantworten können. Die Stärke des Schnitts macht es nicht aus, sondern die Variation. Und hier ist wieder eine Schwäche von LN angesprochen: Eine aktive Effetsteuerung ist kaum möglich; jedenfalls ist sie sehr begrenzt.

Ich halte Joo nach wie vor nicht für einen reinen Defensivspieler. Auf der Rückhand spielt er Abwehr, aber auf der Vorhand ist er fast ein reiner Angreifer. Und daß er mit seiner RH-Abwehr Punkte vorbereitet, bestätigt mich noch in meiner Meinung: Ihm reicht es nämlich nicht aus, den Angriff des Gegners abzuwehren, sondern er versucht, mit dem Abwehrball gleichzeitig einen Gegenangriff vorzubereiten. Insoweit spielt er wie alle anderen Angreifer auch. Nur daß sein passiver Ball halt kein Block oder Blockspin o. ä. ist, sondern die Schnittabwehr.

Ob jemand Abwehr oder Angriff spielt, hat ja primär nichts mit den angewandten Schlagtechniken zu tun, sondern ob man mit einem Schlag den Punktgewinn sucht bzw. vorbereiten will. Das zeichnet das aktive ( Angriffs- )spiel aus. Mit welcher Technik man das macht, ist m. E. dabei fast egal, wobei sich der Topspin dafür natürlich am besten eignet. Am Beispiel Joo sieht man aber, daß sowas auch mit anderen Mitteln möglich ist.

Ich glaube trotzdem, daß der Erfolg der Abwehrer in PAris nur eine Momentaufnahme ist. In Shanghai 2005 wird es wahrscheinlich wieder viel schlechter aussehen. Joos Spielweise ist bis dahin hinlänglich bekannt und es wird taktische Konzepte gegen ihn geben. Shetinin kann nicht angreifen und ist deswegen zu sehr auf die Defensive limitiert. Und für Chen Weixing wird dasselbe gelten wie für Joo. Vielleicht kommt ja ein neuer Spieler auf die Bühne, der wieder eine Nuance anders spielt und den Sport bereichert, so wie Joo. Ich fänds schön, kann aber nicht so recht dran glauben.
Ob der Ding Song mit seiner Rückhand sehr aktiv spielen kann?
Er greift evtl. einen hohen, kurzen Ball des Gegners pro Spiel!
Ob der den Ball auch trifft...?
Aber einen Ball anzugreifen in 5 Sätze heisst für mich nicht aktiv spielen.
Vielmehr tut er die passive Bälle des Gegners auf der eigene Rückhandseite
umlaufen und mit der Vorhand angreifen. So wie 99% chinesischer Abwehrer.
Seine Rückhand ist und bleibt sehr passiv. Kompensiert wird sie aber durch die gute
Vorhandtechnik und hervorragende Beinarbeit.
Joos Spielweise sehe ich nicht als etwas bis jetzt nicht bekanntes. Die Taktische Konzepte wird´s gegen jede Spielweise und jeden Spieler geben.
Ob die Konzepte auch aufgehen sieht man meistens nach dem Spiel.

Geändert von Petar (08.07.2003 um 13:25 Uhr)
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