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Alt 29.06.2003, 13:13
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T3G Lingenau Spezial Anegre

T3G Lingenau Spezial Anegre

Herstellerdaten zum Holz:
1.T 72 // 2.T 78 // E 270

Das Holz hat als Außenfurnier Anegre, ein afrikanisches Buschholz mit einer etwas größeren Härte als Limba aber noch sehr deutlich von der Härte der Buchenfurniere entfernt. Positiver Nebeneffekt: ein Ausfasern bei Abziehen von Belägen findet keinesfalls statt.

Zunächst zum Gewicht => satte 68 g !! Verglichen mit 48g (T3G) und 56g (Neubauer Spezial bzw. T1G Varianten) handelt es somit um ein Schwergewicht. Damit hat man auch schon einen sehr wesentlichen Unterschied im Spiel des Holzes erfaßt: die Leichtigkeit des Seins bzw. Spiels ist perdu; hier muß jetzt wieder rechtschaffend geackert werden, um die für hohes Tempo notwendige Beschleunigung zu erreichen. Zusammen mit einer ausgeprägten Kopflastigkeit ergibt sich ein für Rendlerhölzer untypisches Spielgefühl. Also Allen, die bisher unter der Tatsache litten, daß man bei Rendlerhölzern "nix in der Hand hat", wird jetzt hiermit eine Alternative geboten.

Durch die größere Massenträgheit verläuft bei wuchtigen Schlägen die Schlägerbahn ruhiger und gegen Abweichungen gefeiter, was sich in einer sehr hohen Genauigkeit z.B. von Schüssen auszeichnet. Das Holz hat auch deutlich weniger "Flummi" (dieser verzögerte Katapult/Federeffekt, der die schnellen Bälle explodieren läßt) als das Neubauer Spezial und spielt sich viel direkter – eben ein Vertreter der T3 Familie. Obwohl die angegebenen Zahlenwerte höher liegen als die des Serien T3, ist meinem Spielempfinden nach das Tempo vergleichbar.

Zum Spiel mit VH SunPower 1,8mm/frisch // RH Fakir OX:

(i) die VH Angriffsschläge müssen im Vergleich zum Neubauer Spezial wuchtiger und länger durchgezogen werden, ohne ganz dieselbe Endgeschwindigkeit zu erreichen
(ii) VH Block ist jetzt noch einfacher und supersicher zu spielen; auch extrem rotationsreiche Topspins konnte ich mit fettest frischgeklebtem Belag problemlos blocken ( => zur Information: VH Block ist nicht gerade meine Paradedisziplin)
(iii) Konterschläge sind phänomenal einfach zu spielen auch 1-2 m vom Tisch entfernt stehend. Hier bewirkt der/das geringere Katapult/Tempo zusammen mit der hohen Zielgenauigkeit eine enorme Kontrolle.
(iv) LN RH Schläge sind noch einfacher und genauer zu platzieren. Auch bei Notschlägen ist mir kaum einer mehr zu lang geworden
(v) Leider ist der Flattereffekt des Fakir geringer geworden. Hatte man beim Neubauer Spezial den Eindruck, der Ball drehe Pirouetten, um dem gegnerischen Schläger auszuweichen, so reduziert sich das jetzt auf ein normales LN Flatterniveau.
(vi) Der Vergleich zum Serien T3G fällt mir jetzt schwer, da ich dieses letztmalig vor ein paar Wochen und mit anderen Belägen gespielt habe. Ein paar Eindrücke: das Serienholz vibriert mehr, das Lingenau Spezial ist ruhiger, im Spiel direkter und hat eine erheblich gesteigerte Kontrolle.

Fazit => Das Plazierungsholz
gegenüber Neubauer Spezial verringertes Tempo dafür erhöhte Kontrolle; Sicherheit vor Giftigkeit.
gegenüber Serien T3G deutlich erhöhte Kontrolle und ein noch direkteres Spielgefühl
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Immer schön eklig spielen !
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