|
AW: Das definitive Flatterball Topic
Um wieder seriös zu werden, ein Versuch den Magnus-Effekt und den Flatterball einfach zu erklären:
- Ein Ball der durch die Luft fliegt, baut vor sich in etwa einen Kegel aus verdichteter Luft auf. Diese verdichtete Luft drückt gegen den Ball. Daraus resultiert der Luftwiderstand und die Abbremsung.
- Die weitere Luft strömt um den Ball (und den Luftkegel)herum.
- Wenn sich der Ball mit Drehachse quer zur Flugbahn dreht, wird durch die Oberflächenreibung die Luft etwas stärker auf eine Seite abgelenkt. Der Luftkegel sitzt damit etwas asymetrisch vor dem Ball und übt eine leicht asymetrische Kraft auf den Ball aus. was zu einer bogenförmigen Flugbahn führt. Das nennt man Magnus-Effekt. Durch die Drehrichtung wird der Luft eine bevorzugte Strömungsrichtung vorgegeben und der Effekt ist beständig.
- Wenn sich der Ball nicht dreht, oder die Drehachse genau in Flugrichtung zeigt gibt es kein bevorzugte Seite für die Strömung. Sie kippt zufällig mal in die eine, dann in eine andere Richtung und übt dabei unregelmässig wirkende, asymmetrische Kraft aus. Ergebnis: der Ball flattert.
- Zusätzlich gibt es vergleichbare Ursachen und Kräfte, die im Sogbereich hinter dem Ball entstehen.
- Für die Stärke des Effekts spielt noch die Oberflächenbeschaffung des Balls und die Massenverteilung eine Rolle.
Für TT bedeutet das:
- Flatterbälle sind theoretisch möglich und treten praktisch auf, meiner Meinung nach aber sehr selten. Der Ball muß dazu wirklich völlig schnittlos sein.
- Die Art des Belages ist nur indirekt mit dem Flattereffekt verknüpft, da es mit mässig griffigen Belägen einfacher ist, schnittlos zu spielen.
- Ich glaube darüberhinaus, dass viele unerwartete Schläge , z.B. langsamer LN-Block mit US oder Schnittumkehr, mit echten Flatterbällen verwechseln.
__________________
Grüße Wolfgang
|