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AW: DER Thread für politisch Interessierte
Mal was Anderes: Hier und in vielen anderen Foren wird immer wieder mal darauf hingewiesen, dass Westdeutschland nicht sonderlich viel gebe, sondern eher von 'den Ostdeutschen' genommen habe. Die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts spricht jedoch eine völlig andere Sprache (s. angefügte Grafik)!
Mit der Vereinigung kamen 16,7 Millionen Einwohner hinzu, davon ca. 10 Millionen Erwerbstätige (!), 3 Millionen Rentner, 3,3 Millionen Nichterwerbstätige (Kinder, Jugendliche, Oberschüler etc.), 200.000 Stipendiaten und etwa 200.000 Selbstständige. Das entsprach einem Bevölkerungszuwachs von über 25 Prozent und einem Zuwachs an 'Erwerbstätigen'* von über 30 Prozent.
Holt man sich nun die Entwicklung des BIP vor Augen, stellt man fest, dass wir ohne die ehemaligen DDR-Bürger vermutlich ungefähr genau da stünden, wo wir jetzt zusammen stehen. Der Sprung 1991 beträgt gerade mal ca. 200 Milliarden Euro (also gerade mal ein Siebtel des BIP der alten Länder!) und flacht eher wieder ab, wenn man eine Linearextrapolation auf die Kurven anwendet. In der Gesamtentwicklung bedeutet das zumindest mathematisch, dass sich heute 40 Millionen Erwerbstätige das BIP teilen, das ohne die Vereinigung 30 Millionen erwirtschaftet hätten. Mit dieser etwa konstant gebliebenen Entwicklung müssen aber noch 3 Millionen Rentner mehr finanziert werden, 3 Millionen zusätzliche 'Nichterwerbstätige' und einige zusätzliche Hunderttausend Arbeitslose.
Da stellt sich die Frage nicht mehr wirklich, wer von wem profitiert hat. Aber so ist das in einer Solidargemeinschaft, die - wie ich meine - mit weitaus weniger Murren von seiten der ehemaligen BRD-Deutschen getragen wird als 'uns' vorgeworfen wird. Und DAS sollte wenigstens auch mal gesagt werden dürfen!
*davon etwa 8,9 Mio. Arbeiter (5,1) und 'Angestellte' (3,8), von denen alleine gut eine Million im sog. "X-Bereich" tätig war. IM (ca. 170.000 - 200.000) sind hierbei noch nicht berücksichtigt.
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"Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen." George Orwell (1903-50), eigtl. Eric Arthur Blair, engl. Schriftsteller.
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