Zitat:
Original geschrieben von igor
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Wenn sich jemand über den Drumsound lustig macht und im nächsten Zug schreibt, dass die And Justice for all seine Lieblingsscheibe ist, da Frage ich mich auch ob das alles so richtig sein kann. Auf der SCheibe hört sich das Schlagzeug auch reichlich gewöhnungsbedürftig an.
Gruß
Igor
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Damit bin wohl ich gemeint....obwohl ich das so nicht geschrieben habe.
Auf der ...and justice for all klingt das Schlagzeug nicht so hohl wie auf der St. Anger und ich wüßte auch nicht was daran gewöhnungsbedürftig klingt. Und mich würde interessieren an welchen extravaganten Orten aufgenommen wurde. Meines Wissens nach wurde die wieder ganz normal mit Bob Rock aufgenommen. Ok, vielleicht meinst Du mit extravagant auch bob Rock

Mir bleibt auch der Sinn davon verborgen "garaged" klingen zu wollen. Auch wenn man die Load und Reload nicht mag, muß man jedoch zugeben das der Sound super war!
Da ich mir die CD auch weiter anhöre fällt mir immer wieder auf und fehlen mir immer wieder die Soli von Kirk Hammet!
Und für alle die es interessiert hier noch eine kleine Rezi:
Metallica - St. Anger
Back to the Roots? – Eher nicht, wobei die neue Metallica-Scheibe doch eher an die alten Zeiten erinnert denn an die mainstreamlastigen Neunziger, in denen Metallica bei einem großen Teil ihrer Fans in Ungnade gefallen sind. Die Credits die in dieser Zeit verspielt wurden scheinen sich die BayArea-Thrascher jetzt zurück holen zu wollen. Wir werden sehen ob es ihnen gelingt.
Was zunächst auffällt ist das ungewohnte Cover, welches ich an anderer Stelle ja schon einmal kritisierte. Ein komplett anderes Layout findet sich dagegen im Inneren des Digipacks. Ein gequälter Engel scheint dem Betrachter all seinen Hass, seine Aggression und seinen Schmerz entgegenzubrüllen. Erinnert mich irgendwie vom Design her an Outputs von Death-Helden wie Nile, wollen Metallica etwa tatsächlich eine solche Richtung einschlagen? Die Hoffnung wird schnell zerschlagen wenn man den kleinen Zettel betrachtet der zusammen mit dem Textheftchen aus seiner Lasche fällt. Darauf wird für die Loads, das schwarze Album und die S&M geworben, nicht für Klassiker wie Kill ’em All oder Master of Puppets. Ernüchterung. Auf der anderen Seite des Zettels findet sich ein Zettel mit einem Freischaltcode für downloadbare Songs auf der Website zum Album. Nicht schlecht, langsam scheinen sich die Herren Ulrich und Co. sich also mit dem Medium Internet anzufreunden.
Aber kommen wir zur Musik: Diese ist auf St. Anger deutlich härter als auf den letzten Scheiben, in diesem Punkt wird man also nicht enttäuscht. Wer aber eine Fortsetzung von Master of Puppets erwartet hat wird sich umgucken. Metallica schaffen mit dieser Scheibe etwas neues. Man hat sich komplett losgelöst von den scheinbar perfekten Arrangements der Load-Ära, ist zurückgekehrt zu einem schmutzigen Sound der an Kill ’em All erinnert, aber mit NuMetal-artigen Breaks kombiniert einen völlig neuen Metallicasound ergibt. Doch wirkt dieser schmutzige, unfertige Klang irgendwie aufgesetzt, als wolle die Band so tun als seien sie wieder die Jungs aus der Garage nebenan. Lars Ulrichs Schlagzeug klingt von vorne bis hinten einfach Scheiße, als würde der Mann auf einer Blechtonne trommeln. Schrecklich, hat er doch so an seinem Stil gefeilt, diesen gar perfektioniert. Außerdem treten die Gitarren und der Bass so stark in den Hintergrund das sie stellenweise überhaupt nicht mehr auffallen, die Bühne räumen um Platz zu machen für das übermächtige Schlagzeug welches das gesamte Album im Vordergrund steht. Und so unscheinbar die Gitarren sind, so verhält sich auch Kirk Hammet. Wer auf seine Soli steht sucht auf diesem Album vergebens. Schade eigentlich. Und das ist auch mein größtes Problem mit dieser CD. Es fehlen einfach die großen Melodien die man von Metallica gewöhnt ist, auf St. Anger reiht sich Riff an Riff, ohne irgendwelche ausgeklügelten Interludes. Strukturen sind kaum zu erkennen, scheinen oftmals schlicht nicht vorhanden zu sein, was das Album zu einem ziemlich anstrengendem Hörerlebnis macht. Ich vermeide es jetzt bewusst konkret auf die einzelnen Songs einzugehen, ist das doch zu sehr geschmacksabhängig. Nur so viel: Ein grossteil der Songs ist schlicht und ergreifen zu lang! Oft ist nach drei Minuten alles gesagt, der Song wird aber trotzdem noch auf über sechs Minuten ausgedehnt. Meiner Meinung nach völlig unnötig. Tiefpunkt des Album ist der Song 'Invisible Kid', dort passt einfach gar nichts. Vom Text bis zum miesen Sound. Highlights sind meiner bescheidenene meinung nach der Titeltrack 'St. Anger', das hardcorelastige 'Shoot me again' und das krachende 'Sweet Amber'.
Bleibt zu sagen das Metallica mit St.Anger den Metal nicht neu erfunden haben, aber auch kein grottenschlechtes Album abgeliefert haben. Es ist mal wieder schön James’ Stimme zu hören, auch wenn er an einigen Stellen mit der Geschwindigkeit nicht klarzukommen scheint. Anyway, St. Anger ist ein solides Album in das man sich reinhören muß. Einzige wirklich große Enttäuschung ist die schreckliche Produktion, diese zieht die Qualität der ganzen Scheibe runter und drückt so die Bewertung. Also Bob Rock ins Altersheim und dann klappts auch wieder mit Metallica!
Quelle:
Rock - Forum