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Alt 19.06.2010, 18:48
Melchior Wirth Melchior Wirth ist offline
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Melchior Wirth ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Ist unser Sport aufgrund des Regelwerkes bald tot?

Zitat:
Im Großen und Ganzen konnte der Laie das damals übliche Spiel nachvollziehen. Darauf kam/kommt es an!
Ich bezweifle, dass das eine allzu große Rolle spielt; überhaupt kann man meiner Meinung nach mit rationalen Argumenten die Beliebtheit von Sportarten nur schwer beurteilen, geschweige denn im Vergleich zueinander. Fußball ist im Grunde genommen vollkommen langweilig - ein Großteil des Spiels befindet sich der Ball irgendwo im Mittelfeld, ohne eine Torgefahr darzustellen. Radsport ist für die Laien kaum nachzuvollziehen - da lassen die besten Fahrer einzelnen Ausreißern auch einmal eine Viertelstunde Vorsprung oder die besten Fahrer der Tour de France kommen bei Rennen im Februar jenseits der hundert Bestplatzierten an. Trotzdem haben die beiden Sportarten (Radsport aus bekannten Gründen nun nicht mehr) beachtliche Zuschauerzahlen erzielt, von denen man beim Tischtennis nur träumen kann.
Wenn man versucht, Tischtennis durch Regeländerungen anderen, erfolgreichen Sportarten "ähnlich" zu machen, kann man meines Erachtens keine Erfolge erwarten. Warum einen Abklatsch anschauen, wenn man das Original haben kann? Man sollte vielmehr versuchen, die Besonderheiten des Tischtennis mehr herauszustellen. Wer wäre denn, um bei dem Beispiel zu bleiben, beim Radsport auf die Idee gekommen, Windschattenfahren zu unterbinden, um die Rennen durchsichtiger zu machen?
Langfristig werden solche Bemühungen aber wohl kaum erfolgreich sein. Ich habe einmal gelesen, dass sich fast überall auf der Welt die Sportarten etablieren konnten, die in der Anfangszeit der Arbeiterbewegungen in den jeweiligen Ländern entstanden. Andere, neuere Sportarten erlangen zwar immer wieder durch ihre Eigenart oder herausragende nationale Erfolge als Modesportarten größeres Interesse, doch kaum langfristigen Zuspruch.
Tischtennis bewegt sich eigentlich dauerhaft im Bereich der 10 bis 15 mitgliederreichsten Sportarten, damit kann man, denke ich, zufrieden sein. Was uns jedoch an vielen Stellen fehlt, ist Tischtennis wirklich als Sport herauszustellen. Doch dafür braucht man nun mit Sicherheit keine neuen Regeln ...
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