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Alt 01.07.2010, 18:06
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Nacki Nacki ist offline
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Stand Frühstückspause

Eigentlich ist es erheiternd. Auf jeden Fall ist es bezeichnend. Und es ist auch verwirrend, weshalb ich gar nicht so genau weiß, wo ich anfangen soll.


Zitat:
Zukünftig können sie wieder mit ihren Dagegen-Schildern rumlaufen. Aber heute, heute hätte sie mal ein Dafür-Schild
hochhalten können.
Den zugegeben oft nervigen, geradezu kindischen, jedoch parteiübergreifenden Reflex, ohne Blick auf den Inhalt meist gegen
alles zu sein, was vom politischen Gegner kommt, nun bei den Linken hervorzuheben, ist, gelinde gesagt, unfair.
Es gibt ja dabei nun Vieles, bei der die Linken zustimmten, aber das ist irgendwie nicht so recht auf der Tagesordnung.

Zitat:
Aber es war heute doch auf jeden Fall nicht egal, was die Linke gemacht hat. Eben genau heute nicht.
Wenn man Wulff nicht möchte sondern Gauck, mag diese Position ihre Berechtigung haben. Aber das hat ja nichts damit zu tun,
wie ich es meinte. Egal, was die Linke macht, sie steht in der Kritik. Das liegt im speziellen Fall an der geschickten Kandidatenwahl von Rot-Grün, gilt aber auch generell. Hätte sie Gauck zum Präsidenten gemacht, hätte es Breitseiten dafür gegeben, daß sie das nur gemacht haben, um die
Regierungskoalition zu schädigen.
Und gerade jetzt schiebst Du, HSV, der Linken die Schuld dafür zu, daß Wulff neuer Bundespräsident wird. Wer aber ist denn in Wirklichkeit dafür verantwortlich? Richtig, die Regierungskoalition. Nun haben wir also einen alles andere als überparteilichen, direkt aus parteitaktischen Gründen aus dem politischen Leben geholten Weichspüler, bei dem man nicht
weiß, höchstens dunkel erahnen kann, für was er steht, im höchsten Staatsamt.

Gauck wäre eben wegen der bei Wulff bekannten Mängel eine erhabenere Wahl. Dennoch ist, weil die Entscheidung zwischen Pest und Cholera bekanntlich schwierig ist, die Enthaltung eigentlich folgerichtig und ist ja nun auch kein Bruch demokratischer Gepflogenheiten.

Klar wird nun wieder schön reduziert darauf, daß ältere SED-Mitglieder und Gauck aus biografischen Gründen ein Problem miteinander haben. Doch wieso sollten die Linken einen Mann bei der Bundespräsidentenwahl unterstützen, der die Agenda 2010 recht cool findet, für den Afghanistankrieg ist, die Partei als nicht regierungsfähig bezeichnet, einen Freiheitsbegriff propagiert losgelöst vom solidarischen Miteinander? Anders gefragt: Wie könnte die Linke diesen Mann zum Präsidenten wählen?

Zitat:
Und er hätte dies vom höchsten Posten aus verkünden können."
Wo ist denn da die Überparteilichkeit? Merkt Ihr, daß Ihr der Linken ein bißchen vorwerft, sich nicht schizophren zu verhalten?

Zitat:
Leider wollten sie ihre Chance nicht nutzen, sich aus ihrer (SED-)Vergangenheit zu befreien.
Welche Chance? Die, die diverse Blockflöten auch nicht genutzt haben?
Ob die Linke sich jedenfalls noch in diesem Käfig befindet, darüber ließe sich trefflich streiten. Unbestreitbar scheint mir jedoch zu sein, daß die anderen Parteien die Linke gerne in jenem Käfig sehen möchten. Auf jeden Fall werden am laufenden Band Chancen vergeben, sich inhaltlich mit der Linken auseinanderzusetzen.
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