Ach ja, da war ja noch Dein Beitrag über Klonovsky. Den hatte ich am betreffenden Tag leider aus Zeitgründen nur ganz kurz angelesen und anschließend versäumt, den Rest zu lesen. Habe das aber soeben nachgeholt.
Als Klonovskys 'Hardcore-Version' würde ich mich nun nicht gerade betrachten, halte aber viele seiner Ansichten für durchaus zutreffend. Ich würde es vielleicht so formulieren, dass ein 'soziales Gewissen' völlig legitim ist, es allerdings nicht legitim sein kann, dieses per moralischer Keule zwangszuverordnen. Wer abgeben kann und will, der soll das gerne tun (mache ich auch regelmäßig, fühle mich dadurch aber weder besser noch schlechter), wer kann und nicht will, der soll es lassen.
Bei Menschen, die ganz offensichtlich und nachweislich (!) durch massenhaften Betrug zu Reichtum gekommen sind, halte ich es auch für statthaft, dass diese zur Verantwortung gezogen werden und von ihrem Reichtum etwas zurückgeben müssen. Das jedoch auf ALLE anzuwenden, die etwas haben, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob das durch harte Arbeit redlich verdient wurde, erachte ich als ungerechtfertigt ausgelebtes Anspruchsdenken einer Gesellschaft, die nicht nur falsche Maßstäbe anlegt, sondern zunehmend gar keine mehr.
Klonovsky sagt:
"Umverteilung"
ist per se ungerecht.
Ich sage:
"Umverteilung"
per se ist ungerecht.